Was macht den Mensch zum Menschen?

Dieser Beitrag ist dafür gedacht, dass der geneigte Leser mir beim Denken zulesen kann. Ich protokolliere meine Gedanken zu diesem Thema.

Erstmal die Frage, von was reden wir überhaupt? Wir reden von mir, einem Menschen, einem weiblichen Menschen, der einen freien Willen hat, jedenfalls die meiste Zeit.

Ich glaube, dass der Mensch zum Menschen wird, wenn er einen freien Willen hat.

Der Mensch ist ein Tier wie jedes andere auch, wenn er keinen freien Willen hat, denn dann ist er von Emotionen getrieben und muss seinen Instinkten folgen.

Woher ich das wissen will? Ich habe zwei Kinder geboren und denen das Leben geschenkt.

In der Situation unter der Geburt gibt es keinen freien Willen, da gibt es Emotionen, Instinkte und reine Körperfunktionen, und auf das ist auch der weibliche Mensch beschränkt. Kein freier Wille unter Wehen, erst Recht nicht unter Presswehen.

Wenn da etwas nicht richtig funktioniert, ist die Frau, der weibliche Mensch, auf die Hilfe anderer angewiesen, weil unter der Geburt keine Entscheidungskompetenz vorhanden ist. Da kann man jetzt lamentieren, von wegen natürlicher Geburt und Blablabla, es bleibt Blablabla, weil andere die Entscheidungen treffen, treffen müssen.

Ich war also in Situationen, in der ich auf meine animalischen Instinkte komplett zurück geworfen war und deshalb nicht mehr als Mensch mit freiem Willen agieren konnte.

Ich denke, es gibt zwei Voraussetzungen für einen freien Willen, und also für das Menschsein:

  1. das Bewusstsein für Konsequenzen in der Zukunft
  2. die Abkopplung von Emotionen

Zu 1, dem Bewusstsein für Konsequenzen in der Zukunft gehört, dass man eine Vorstellung davon hat, was das Wort Zukunft meint. Man braucht also Denkkonzept für Zeit. Man muss ein Verständnis davon haben, dass es eine Vergangenheit gibt, eine Jetztzeit und eine Zukunft, die weiter reicht als ein Speerwurf.

Jemand mit einem freiem Willen muss man unterstellen können, dass er einen Kalender lesen und verstehen kann, dass er die Bedeutung von Monaten, Tagen und Wochen kennt. Völker, die Potentiell einen freien Willen entwickelt haben, haben auch einen Kalender entwickelt oder könnten diese Kulturleistung mühelos erbringen. die haben in ihren Sprachen mindestens drei Zeitformen manifestiert, eben Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Warum ist das Konzept der Zeit jetzt wichtig, wenn es um den freien Willen geht?

Nun, mit Hilfe des freien Willens legt man fest, was in der Zukunft passieren soll. man weiß, dass man alt wird, und deshalb legt man z.B. einen Sparplan an. Um dann im Alter, wenn man nicht mehr arbeiten kann, was eben absehbar ist, ein Vermögen zu haben, so dass man auch nicht mehr arbeiten muss. Dazu muss man aber in der Lage sein, zu sparen, das heißt, jetzt und heute ein Unbill in kauf zu nehmen, etwa irgendwas nicht kaufen zu können, um es dann später gut zu haben.

Und hier wären wir dann auch schon bei Punkt zwei, der Abkopplung von Emotionen.

Wenn ich heute auf irgendwas verzichten muss, was ich aber gerne hätte, löst das ein Unwohlbefinden aus. Das muss man ertragen können.

Wer einen freien Willen hat, der kann Unwohlgefühle aushalten. Der ist nicht davon abhängig, ständig über seine Gefühle eine Belohnung zu erhalten, in Form von Gutfühlen.

Was lernen wir daraus? Wir haben zwei große Gruppen, die man nicht als Menschen in dem sinne bezeichnen kann, weil die nicht über einen freien Willen verfügen.

Das ist zum einen die Gruppe, die Zeit nicht abstrahieren kann oder will, und zum anderen die Gruppe, die im Gutfühlen lebt.

Da wird es recht große Überschneidungen in beiden Gruppen geben, aber es ist ganz klar, dass europäische und asiatische Sprachen Zeitformen haben und die Muttersprachler damit ein Denkkonzept von zeit zur Verfügung haben, von dem aus die abstrahieren können. Afrikanische Sprachen haben das nicht und so fehlt das Konzept von Zeit ganz grundsätzlich in Afrika, aber auch bei den Ureinwohnern von Australien. Das große Geschenk der Europäer an die Afrikaner sind die Sprachen und damit die Denkkonzepte. In dem Zusammenhang ist auch die Mathematik wichtig, denn die meisten afrikanischen Sprachen verfügen nicht über zahlenbegriffe.

Lernen Afrikaner oder Ureinwohner Australiens eine europäische Sprache in der Kindheit, lernen sie automatisch die Konzepte, die dahinter stehen. Was nicht heißt, dass diese Völker davon Gebrauch machen, aber die Konzepte wurden geteilt.

Dann kommen wir zu den meisten Frauen. In dem Fall – nicht zu mir. Aber die meisten Frauen leben in einer Art Rudelkonformismus und das wird mit einem gutem Gefühl bestätigt. Jeder, der in seinem Dorf mal drei oder mehr Frauen zusammenstehen gesehen hat, der weiß, dass da getratscht wird, und dass das dem gutem Gefühl der Damen dient.

Ich gehörte noch nie in diese Gruppen, ich konnte mit anderen weiblichen Wesen schon immer relativ wenig anfangen. Diese Gefühlsschwankungen von einer Sekunde auf die andere habe ich noch nie verstanden, das ist nicht meine Welt. Nicht, dass ich grundsätzlich keine Frauen mag, mit meiner jüngsten Tochter fühle ich mich emotional gezwillingt, meine Nachbarin und ihre Gefühle kann ich 100% verstehen und nachvollziehen, aber ich bin kein emotionaler Mensch.

Was auch immer ist, wenn ich nicht gerade ein Kind gebäre, kann ich meine Emotionen wegdrücken und rational auf die Welt und mich selber blicken.

In der Sekunde, wo ich meine Emotionen nicht mehr ausblenden kann, greift mich das körperlich an. Etwa, wenn ich gezwungen bin, beruflich zu lügen, das täglich, jeden Tag, denn lügen ist falsch und schlecht und dann fühle ich mich schlecht, weil ich schlechtes tun muss. Weshalb ich solche Jobs kündige und mich dann neu orientiere, was eine Situation hier in Portugal war.

Alle meine Gedanken kreisten nur noch um diese schlechte, berufliche Situation, nahmen Besitz von mir, es gab kein andere Thema mehr.

Emotionen sind mächtig. Und obwohl ich meistens in der Lage bin, schlechte Emotionen auszuhalten, mich darüber zu stellen und über meinen Verstand zu verfügen, so dass ich einen freien Willen habe, auch ich kann in die Gefangenschaft von Emotionen geraten, und dann habe ich eben keinen freien Willen mehr.

Fazit: der Mensch ist ein Mensch wenn er über seinen freien Willen verfügt. Wenn er nicht von Emotionen dominiert wird und wenn er eine Vorstellung von der Zukunft hat.

Freier Wille heißt, dass der Mensch in der Lage ist kurzfristige, unwohle Gefühle in kauf zu nehmen, um einem langfristigem Ziel, das in einer abstrakten Zukunft liegt, zu dienen.

Also etwa ein Kind zu gebären, sich damit kurzfristig der totalen Kontrolle andere auszusetzen, weil man unter einer Geburt nun mal nichts entscheiden kann und soll, aber einem anderen Menschen das Leben zu schenken, weil das exakt dass ist, was das Leben ausmacht und lebenswert ist.

Afrikaner und Australier ohne europäische Sprachen haben keinen freien Willen, die sind rein Instinkt gesteuert, genau wie kinderlose Liberale, die das Gutgeühl haben wollen.

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About osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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