Gastbeitrag, und der Autor ist mein Ehemann :-):
Beginnend mit dem Umzug nach Portugal und dem damit verbundenen Kauf eines Einfamilienhauses stand es im Rahmen der Modernisierungsarbeiten an, ein zentrales Heizungssystem einzubauen. Zu diesem Zeitpunkt waren – wie auch schon in Deutschland – Ölzentralhezungen als Dreckschleudern verpönt, inzwischen waren auch die als ultimative Alternative hochgepriesenen Gasheizungen vom Umweltministerium als wenig rentabel (für wen auch immer) deklariert und der Trend ging nach Wärmepumpen, die die Haushalte über die kalte Jahreszeit bringen sollte. Entsprechend wurde dieser Trend auch in Portugal propagiert, aus eigener Erfahrungen konnten wir allerdings feststellen, dass die auf dem Markt angebotenen Systeme meist nach der Garantiezeit das zeitliche segneten, abgesehen davon, dass der relativ hohe elektrische Energieverbrauch nie als Kriterium propagiert wurde.
Also blieb die Wahl zwischen Öl-, Holz- oder Pelletheizung. Um in den Genuss der Wartungsfreundlichkeit einer Ölheizung zu kommen, den ich aus dem Einfamilienhaus in Deutschland kannte, ging meine Suche Richtung Buderus, zumal diese Marke als Ölheizung seit 1974 geradezu tadellos gearbeitet hatte, möge man vom Austausch des Raketenbrenners nach 25 Jahren störungsfreiem Betrieb absehen, einer Investition von rund 1.500€.
Begründet auf den Umständen habe ich mich dann für einen Pellet-Heizkessel der Marke Edilkamin entschieden, spezifischer das Model Gora2 Slim up, ein 18kW-Kessel, der mit als Gerät mit modernster Technik angepriesen wurde. Im Sommer 2023 wurde die Anlage mit 12 Heizkörpern, einem 300 Liter fassenden Heißwassertank und den für den Betrieb notwendigen Pumpen, Ausdehnungsbehältern etc. eingebaut. Im Angebote enthalten war ebenso ein Kreis für Solarthermie und eine elektrische Heizung im Wassertank, der die Brauchwasserverfügbarkeit sicherstellen sollte. Im September 2023 waren die Installationsarbeiten abgeschlossen, die Anlage ging in Betrieb und damit begann eine 3 Jahre andauernde Odyssey durch Störungen, Ausfälle und Versuchen, meine Garantieansprüche geltend zu machen.
Gleich in den ersten Tagen nach Inbetriebnahme häuften sich Fehler wie z.B. „Brennschale verschmutzt“ oder „Abgaswege verstopft“, der Brennraum sah eher nach einer geteerten Straße als nach einem Brennraum aus. Auch die Techniker des Verkäufers waren schnell am Ende ihrer Fähigkeiten, so dass von Verkäuferseite ein Techniker vom Alleinvertreiber für Portugal angefordert wurde. Der ließ dann – aus gesundheitlichen Gründen – 4 Monate auf sich warten, schließlich kam er dann aber gleich mit einem Ersatzteil im Gepäck, nämlich der Achse, die die automatische Reinigung des Kessels betätigt. Diese wurde eingebaut, Software wurde aktualisiert und der Kessel dann wieder in Betrieb genommen. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass bei dem von mir gekauften Kessel genau dieses automatische Reinigungssystem das Hauptproblem darstellt und alle bis heute aufgetretenen Fehler auf der technischen Lösung dieses Reinigungssystemes basieren. Wie auch immer, der nächste Fehler ließ nicht lange auf sich warten, nach ca. 2 Tagen kamen dann wieder die inzwischen üblichen Fehleranzeigen und der Kessel ging wieder einmal in Abschaltung. Wieder kamen die Techniker vom Verkäufer, deren Lösung bestand darin, den Kessel zu demontieren und Reinigungsarbeiten durchzuführen, die eigentlich für die jährliche Revision vorgesehen waren. Anschließend ging der Kessel wieder in Betrieb und hielt wieder für ein paar Tage, bestenfalls arbeitete das System für eine Woche störungsfrei. Nach dem 3. Monat ab Installation stellte ich starke Rostanzeichen am Brenntopf fest, die sogar soweit fortschritten, dass der Brenntopf nicht mehr wie vorgesehen zu Reinigungszwecken entfernt werden konnte, weil es sich verkantet hatte und nun auch deutliche Risse aufwies. Die Reklamation rief erneut die Techniker des Verkäufers auf den Plan, die den Brenntopf beim Lösungsversuch zerbrechen mussten. Die Beschaffung eines Ersatz-Brenntopfes dauerte 3 Monate, also stand der Kessel über die restliche Heizperiode still.
Im darauffolgenden Jahr 2024 setzten sich die Störungen und Ausfälle selbst nach Einbau des neuen, technisch verbesserten Brenntopfes fort. Auch der Wechsel zu einem anderen Pellets-Anbieter brachte nur wenig Verbesserung mit sich, so dass ich dem Verkäufer aus garantietechnischen Gründen nahelegte, den Kessel auszutauschen, dem aber auf eine anscheinend in Portugal übliche Art immer wieder ausgewichen wurde. Ich habe Listen über die Eingriffe von meiner Seite erstellt, teilweise musste ich 5 Mal täglich Korrekturen am Kessel vornehmen, und diesen wieder zum laufen zu bringen. Konfrontiert mit der fehlenden Bereitschaft seitens des Verkäufers, meine Garantieansprüche zu akzeptieren und basierend auf den deutlich positiveren Erfahrungen mit einer Ölzentralheizung aus Deutschland habe ich mich dann erneut auf die Suche nach Buderus- oder Viessmanntechnik in Portugal gemacht.
In Portugal war es so, dass Buderus nach der Übernahme von Bosch hier nicht mehr vertrieben wurde. Einzige deutsche Marke auf dem nationalen Markt ist Viessman, die auf Ihrer Homepage allerdings die Sparte Heizöl erst nach einiger Klickerei preisgibt. Es gibt einen alleinvertreibenden Händler in Lissabon, der zwar die Marke und das Zubehör anbietet, jedoch keine Installations- oder Wartungsarbeiten durchführt. Zumindest habe ich bei einem Besuch dort zwei Adressen aus meiner Region mitnehmen, die neben dem Verkauf auch die Installation und Wartung anbieten. Beide Unternehmen habe ich per E-Mail angeschrieben und um technische Beratung gebeten. Nun ist es in Portugal so, dass Kommunikation eher über soziale Medien stattfindet, von keinem der beiden Unternehmen kam auch nur eine Bestätigung, dass meine Anfrage empfangen wurde. Also stand ein persönlicher Besuch der Unternehmen an. In beiden wurde meine E-Mail dann nach Suche im Postkorb doch noch gefunden (oh Wunder der Informatik). In einem anschließenden Gespräch mit der Geschäftsleitung wurde dann kurz notiert, um was es mir gehen würde, mir wurde nach Übersendung von Fotos der bereits bestehenden Anlage versprochen, einen Kostenvoranschlag für die gewünschten Änderungen zu erstellen. Dieser ließ auf sich warten, erst nach der 3. Erinnerung kam dann der Kostenvoranschlag, hier wurden – trotz bereits vorhandenen Installationen – rund 13.000€ veranschlagt. Bemerkenswert fand ich schon, dass alleine der Preis für den Heizkessel mit veranschlagten 5.800€ über dem vom aus Lissabon ansässigen Alleinvertreiber für Portugal lag, wobei ich bemerken muss, dass bei meinem Besuch in Lissabon gesagt wurde, dass Endkunden keine Rabatte auf den angebotenen Preis gegeben werden könne, die empfohlenen Installationsunternehmen aber einen Preisnachlass vom Alleinvertreiber bekämen. Bei den unterschiedlichsten Anbietern im Internet lagen die Preise ebenfalls zwischen 4.800€ und 5.400€. Ebenfalls die im Angebot enthaltenen Heizöltank deutscher Herstellung wurde zu einem Preis angeboten, der doppelt so hoch war als die Angebote im Internet. Auf meine Einwände hin kam kurz und bündig „das ist unser bestes Angebot, an den bereits eng kalkulierten Preisen können wir keine Reduktion vornehmen“. Aha! Tja, dann eben nicht.
Die zweite Firma hatte bei meinem persönlichen Besuch versprochen, einen Techniker zur Überprüfung der bereits vorhandenen Installation zu senden, wozu es aber erst kam, nachdem ich die 3. Freundliche Erinnerung gemacht hatte. Dieser Besuch kam mir ein bisschen wie Napoleon vor. Kam, sah und wiegte … Die Zuleitungsrohre für die Heizkörper waren zu klein, die Isolierung nicht ideal, später rückte der Gute dann damit raus, dass das Unternehmen keine Erfahrungen mit Ölzentralheizungen habe und es außerdem viel schicker sei, mit Wärmepumpen und Klimaanlagen zu arbeiten.
Sein Vorschlag war dann, die vorhandenen Installationen mit Wärmepumpen zu betreiben und die 3 Schlafzimmer zusätzlich mit Klimageräten zu versehen, deren Wärmetauscher er mir allen Ernstes auf die Terrassen auf der Straßenseite installieren wollte, eine Terrasse mit einer Breite von etwa 1,5 Metern Breite! Trotz meiner Einwände wurde mir ein Kostenvoranschlag für das empfohlene System versprochen … auf den ich noch heute warte. Mein Eindruck aus den Erfahrungen geht eher in die Richtung, dass nur aktuell angesagte Technik angeboten wird, und selbst so ein verkaufsorientiertes Handeln anscheinend nicht zwingend erforderlich ist.
Also habe ich weiter meine Garantieansprüche verfolgt. Im September 2025 habe ich wiederholt die planmäßige jährliche Wartung durch die Techniker des Verkäufers durchführen lassen. Zu diesem Zeitpunkt waren am bereits zuvor ausgetauschten Brenntiegel erneut Risse und starke Rostspuren vorhanden, wie wiederum zum Ausfall und Stillstand des Kessels führten. Der Techniker versprach, das Problem an seine Administration weiterzugeben, um erneut die Beschaffung eines Ersatz-Tiegels zu veranlassen. Bei der ebenfalls zu diesem Zeitpunkt durchgeführten Wartung des im Wohnzimmer installierten Pelletofens der Marke Nobis A10 Round konnte nach Abschluss der Wartung keine Verbindung zwischen Ofen und Drahtlos-Thermometer mehr hergestellt werden. Als Zwischenlösung wurde das Thermometer per Kabel mit dem Ofen verbunden und auch diese Störung wollte der Techniker an die Administration weiterleiten, seiner Vermutung müsse die Hauptplatine des Ofens ersetzt werden, auf der sich auch die Technik für die Verbindung des Thermometers befände. Auch diesbezüglich warte ich seitdem auf weitere Informationen seitens des Verkäufers.
Um meine rechtliche Lage auszuloten, hatte ich inzwischen eine Rechtsanwältin für den „Eintrittspreis“ von 100€ damit beauftragt, den Sachverhalt zu prüfen. Auch hier waren 3 Erinnerungen nötig, um an die gewünschten Informationen zu gelangen. Summierend was das Ergebnis, ich sollte weiterhin versuchen, mit dem Verkäufer zu einer Einigung zu gelangen, andernfalls könnte ich meine Klage vor Gericht bringen, was aber mit erheblichen Kosten und .. Meinung der Rechtsanwältin … wenig Aussicht auf Erfolg verbunden wäre. Nächste Instanz war dann die vergleichbar mit einem Ombudsmanns in Deutschland, also einer außergerichtlichen Schlichtungsstelle. Der Termin war für den 23.10.2026 anberaumt. Kurioserweise erschien am 17.09.2026 dann ohne vorherige Anmeldung ein Vertreter der Edilkamin Iberica, also der Firmenvertretung für Portugal und Spanien, um die installierte Anlage zu begutachten. Seine Aussage ging klar in die von mir vermutete Richtung. Zum einen bestätigte er das technisch eher unausgereifte Reinigungssystems des Modelles, das als Grund für die übermäßig häufigen Störungen und Abschaltungen des Kessels verantwortlich zu machen sei. Weiter bewertete er den aktuellen Zustand des inzwischen 3 Jahre alten Kessels als schrottreif und bot mir an, den Kessel durch ein technisch ausgereifteres Model aus dem gleichen Haus, nämlich einen Edilkamin Laguna2 P18 auszutauschen. Das klang zwar nach einer für mich akzeptablen Lösung, war aber nur verbal, also mündlich zugesagt worden. Erst nach Rückfrage bekam ich die Information, dass der Bericht des Vertreters an den Fabrikanten in Italien gegangen sei und dort nun geprüft würde, weshalb es zu Störungen und Ausfällen in dem genannten Ausmaß hätte kommen können.
Den außergerichtlichen Schlichtungstermin nahm der Verkäufer in Begleitung seiner Anwältin wahr, versuche in der Darlegung immer wieder auf Fehler seitens des Betreiber zu verweisen, (unzureichende Wartungen etc.), seine Anwältin hatte anscheinend ihre Hausaufgaben nicht gemacht, oder versuchte mit Einwänden wie „..aber die Anlage hat gelaufen“ abzuwiegeln, letztendlich kam dann für mich überraschend von der Verkäuferseite das Angebot, den Kessel abzubauen und zu entsorgen, verbunden damit eine Rückvergütung von 3.000€ zu tätigen. Nicht ganz die rund 5.000€, die mich der Kessel gekostet hatte, aber in Richtung „..lieber einen Spatzen in der Hand, als eine Taube auf dem Dach“. Zumal ich keine belegbaren Angebote bezüglich Edilkamin Iberca vorweisen konnte, entschloss ich mit somit, das vom Verkäufer gemachte Angebot zu akzeptieren. Von der Schlichtungsführerin wurde das Übereinkommen schriftlich festgehalten, dem Verkäufer wurde ein 14-tägig Frist für den Abbau der Gora2 Slim Up und die Zahlung der Rückerstattung eingeräumt.
Beim Verlassen der Schlichtungsstelle sprach ich den Verkäufer auf die Problematik mit dem Ausfall der Funkverbindung zwischen Pelletofen und Thermometer im Wohnzimmer an. Anscheinend hatte er darüber keine Kenntnis, versprach aber sich im Geschäft darum zu kümmern.
Aktuell halte ich mich also seit September 2025 mit einem teilweise funktionierenden Pelletofen im Wohnzimmer über Wasser, die Brauchwasserbereitung läuft seitdem über Solarthermie und elektrische Heizung und die mit Heizkörpern ausgestatteten Räumlichkeiten kann ich nur erwärmen, indem ich die Türen zum Wohnzimmer hin offenstehen zu lassen. Alles in Allem keine sehr befriedigende Aussicht, zumal noch der Abbau/die Rückvergütung im Raum stehen, keine Sicherheit bezüglich der Versprechen der Edilkamin Iberica vorhanden sind und ich wieder vor der Entscheidung stehe, für welches Heizsystem ich mich entscheiden soll. Die kostengünstigste Lösung wäre eine Zentralheizung aus Brennholz, bei der wahrscheinlich händisch nachgelegt werden müsste und ich außerdem keine Erfahrungen bezüglich der Wartungsfreundlichkeit und der Zuverlässigkeit Die nächste günstigere Lösung basiert auf Pellets, hier bin ich aufgrund der bisherigen Erfahrungen ein „gebranntes Kind“, und dann wäre da weiterhin die Alternative Ölzentralheizung, zwar aus meinen Erfahrungen die beste Lösung, allerding in Portugal sehr schwer zu realisieren. Ausblicke in die weitere Zukunft sind abhängig von den politischen Spinnereien der Umweltministerien, die sich auf den gesamten europäischen Bereiche auswirken und meiner Meinung nach recht unsicher, weil Entscheidungen eher gegen die Betreiber als zugunsten derer gefällt werden und letztendliches Ziel offensichtlich nur ist, den Verbraucher in einer derben Verwirrung zu verstricken.
Nur um das klar zu haben: das ist total scheiße, wir haben einen Raum, der warm ist, das ist das Wohnzimmer, wo wir diesen anderen Palletofen haben, und der auch den Flur mitheizt. Der Ofen sollte eigentlich nur ein Beiofen sein, nicht der Hauptofen. Ich sitze also im Winter in meinem Büro bei 12 Grad und friere mir den Arsch ab. Und das ist echt nicht lustig. Ich hätte gerne eine Zentralheizung, die sicherstellt, das alle unsere Räume geheizt werden, das wir keinen Schimmel irgendwo bekommen, und die es muckelig im Haus macht.
Mag ja sein, dass die meisten sich Portugal im Winter bei 25 Grad vorstellen, in der Realität hat es Nachts leichten Bodenfrost und unter Nebel wird das auch den ganzen Tag nicht wärmer wie 4, 5 Grad. Das heißt, mein Elektro-Heizlüfter hat mein Büro dann schon um 10 Grad aufgewärmt…
LikeLike