Untertanengewinnung durch die richtige Bildungspolitik

In der Zeit – Gott ist das ein erbärmliches Blatt – habe ich mal wieder einen Artikel gefunden, der mit Journalismus so viel zu tun hat wie Sonnenschein mit meinem Keller. Also nichts.

Hier ist dieses großartige und hochqualitative Presseerzeugnis: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-09/analphabetismus-lesen-berufstaetige-weiterbildung-welttag-alphabetisierung, abgerufen am 09.09.2017

Der Autor beklagt, dass mehr als jeder 10. Arbeiter nicht richtig lesen und schreiben kann. Und Johanna Wanka fordere zu mehr Weiterbildung auf.

Dann komen wir mal zu den Gründen, die der Artikel auslässt.

Denn statt in den Schulen, Universitäten, Kollegs und anderen Bildungseinrichtungen Wissen zu vermitteln, wird hier nur noch ein „Kompetenzerwerb“ betrieben. Die Schüler und Studenten erwerben „Lesekompetenz“, „Wirtschaftskompetenz“, „soziale Kompetenz“, etc.

Wissen wird also durch Kompetenz ersetzt. Nichts gegen Kompetenz, doch ist das Wissen der Schlüssel zur Erkenntnis der Welt. Kompetenz bringt Problemlöser hervor, flexible Menschen, die überall funktionieren, egal, wo man sie hinstellt. Das geht mit wissenden nicht ganz so einfach, der Wissende ist nicht so flexibel, weiß vielleicht nicht so schnell, wie man notwendige Kompetenz heranschafft, um ein Problem zu lösen. Allerdings ist er in der Lage zu erkennen und Erfassen, was das eigentliche Problem ist. Der Wissende kann über den Tellerrand hinausblicken, dem Kompetenten fehlt dazu der Weitblick.
Die Unterrichtsformen werden hier entsprechend angepasst, es gibt offene Lerngruppen, die sich ihre Lernziele selber erarbeiten müssen.

Am schlimmsten ist das in den Grundschulen, dort wird derzeit „Schreiben nach Gehör“ als Lernmethode eingesetzt. Kindergehirne, die sich immer nur entwickeln können mit einem 1:1 Gegenüber haben so gar keine Chance. Kinder brauchen eine Anleitung von „ihrem“ Lehrer, zu dem sie auch immer eine enge Beziehung haben müssen, als biologische Notwendigkeit, aber offene Lerngruppen bieten das halt nicht.

Statt Noten gibt es Punkte, die Schüler müssen sich innerhalb dieser Gruppe selber mit Punkten bewerten. Ziel ist es, neue „Unternehmer“ heranzubilden. Und wenn sie schon selber keine Unternehmer werden, dann sollen sie möglichst unternehmerisch denken. Ganz im Sinne der „Ich-AG“ sollen diese Kompetenzträger sich selber vermarkten, ihr Humankapital möglichst gewinnbringend einsetzen.

Dazu kommt, dass sie die Kompetenten die neuen Mechanismen verinnerlichen, „political correctness“ und „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Nach Ungerechtigkeiten wird nicht gefragt, denn jeder hat selber Schuld. In derlei Konzepte passt es denn dann auch, dass Unterrichtsfächer wie Musik, Kunst oder gar Philosophie keinen hohen Stellenwert mehr haben. Die alten, humanistischen Bildungseinrichtungen wollten wissende Menschen, die sich ein umfassendes Urteil von der Welt machen konnten, wozu selbstverständlich auch Kunst, Musik und Denken gehörten. Doch Denken stört und lenkt den flexiblen Menschen vom Problemlösen ab.

Dazu auch: Thomas Wieczorek Die verbödete Republik, Knauer Taschenbuchverlag, Originalausgabe März 2009, S. 250 – 260

Der Problemlöser kann stets überall eingesetzt werden. Er ist Humankapital und lernt sein Leben lang. Bei Versagen sucht er die Schuld stets nur bei sich und hinterfragt nichts Wie praktisch.Und wenn der dann noch nicht einmal mehr lesen kann ud damit auch die Gesetzeslage nicht mehr versteht, dann kann man den noch einfacher um seinen gerechten Lohn bringen.

Das hat man vorher alles gewusst und hat es gezielt geändert. Das war eine bewusste Entscheidung, das wollte man so haben. Das Gejammer darüber kann man sich sparen.

 

Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Anti-SJW und Feminismus, Ökonomie, Innenpolitik, Verkommenheit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Untertanengewinnung durch die richtige Bildungspolitik

  1. MartinP schreibt:

    Nun, DIE ZEIT ist ein linkes Transatlantikerblatt, und schon immer gewesen.
    Immer auf US-Linie, quasi ein Verlautbarungsorgan der CIA.
    Übertrieben? Nein!

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  2. Aufgewachter schreibt:

    Richtige Bildung beim Jobcenter beantragen … 😉

    Erwerbsloser beantragt Kostenübernahme für Qualifizierungsmaßnahme an der Wissensmanufaktur in Kanada mit Andreas Popp und Eva Herman
    https://aufgewachter.wordpress.com/2017/09/07/erwerbsloser-beantragt-kostenuebernahme-fuer-qualifizierungsmassnahme-an-der-wissensmanufaktur-in-kanada-mit-andreas-popp-und-eva-herman/

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  3. Pingback: Nach Merkel | osthollandia

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