Wie die Tafeln die zu niedrigen Hartz IV Sätze und Renten erst ermöglichen

Vorab: gute Nachrichten! Die Hartz IV Sätze wurden erhöht! Sensationell, von 409 € auf 416 €, um sensationelle 7 € oder ca. 1,5 %.

Siehe auch: http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/die-neuen-hartz-iv-regelleistungen-2018.php, abgerufen am 05.01.2017

Zum Vergleich: unsere Abgeordneten erhöhen sich die Diäten um 2,3 %

Siehe auch: https://www.welt.de/politik/deutschland/article171557256/Neuer-Bundestag-beschliesst-Diaetenerhoehung-fuer-Abgeordnete.html, abgerufen am 05.01.2017

Leben kann man von diesen 416 € schlecht, es reicht vorne und hinten nicht. Angesichts einer Staatsquote von über 52 % ist das eine Frechheit. Der Staat kann sich das erlauben, weil es zahlreiche „Helfer“ gibt, zum Beispiel die Tafeln.

Die Tafeln sind noch gar nicht so alt, vor 25 Jahren gab es die noch nicht. Was es aber gab waren hohe Entsorgungskosten für abgelaufene und verdorbene Lebensmittel bei den lokalen Verkaufsstellen.

Hier kommt nun der Aufhänger für die Tafeln. Anstatt sich vernünftig um die Obdachlosen in Berlin zu kümmern hat die Senatorin irgendwelchen Damen eingeredet, nur sie könnten die Obdachlosen retten. Also übernahmen die Damen das Entsorgungskonzept für abgelaufene Lebensmittel aus Amerika und gründeten ihre erste Tafel, die seither überall das kolossale Staatsversagen mit ehrenamtlicher Gutmenschlichkeit übertünchen.

Siehe auch: https://www.welt.de/wirtschaft/article12583634/Supermaerkte-entsorgen-tonnenweise-Lebensmittel.html und https://www.tafel.de/ueber-uns/die-tafeln/geschichte/, abgerufen am 05.01.2017

Rentenkürzung auf 45 % funktioniert nur, weil solche Organisationen wie die Tafel da aushelfen, wo es Staatsaufgabe wäre. Angeblich geht es Deutschland prima, fast 2.100 Abgabestellen der Tafel sagen etwas anderes. Und den Rentnern ob ihrer Lebensleistung  mit abgelaufenen abzuspeisen, damit die dann auch noch Danke sagen und sich irgendwer wieder super fühlen kann, das ist echt ekelhaft. Sicher, hungern muss man auch von 416 € Hartz IV nicht, aber ein Geschenk zum Geburtstag ist dann auch nicht drin. Also fehlt die kulturelle Teilhabe, die als Staatsaufgabe sicher gestellt werden muss.

Ein wirkliches Ehrenamt, dass dann auch allen zur Ehre gereicht, sieht anders aus. Vorlesen im Kinderkrankenhaus, Besuchsdienst für Alte und Kranke, Einkauf für die Oma schräg gegenüber, freiwilliger Dienst beim THW oder der Feuerwehr.

 

 

Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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3 Antworten zu Wie die Tafeln die zu niedrigen Hartz IV Sätze und Renten erst ermöglichen

  1. tafelritter schreibt:

    ..super, endlich mal ein beitrag der das gutmenschentum kritisch hinterfragt und die kehrseite der medaille beleuchtet. staatsversagen kann beim besten willen nicht mit ehrenamtlicher flickschusterei aufgewogen werden. lieber gemeinsam die missstände angehen anstatt bei der tafel anstehen! es ist an der zeit..

    Gefällt 1 Person

    • Terranova Laetitia schreibt:

      Ich arbeite bei der Tafel und bin mittlerweile derselben Meinung wie der Autor des Artikels. Allerdings sehe ich niemanden aus ALG II Kreisen, der selbsttätig etwas dagegen tun will.
      Ich habe mehrfach versucht Aktionen zu starten und/oder Menschen zu aktivieren selbst etwas zu tun. NULL Beteiligung!!! Diese Menschen haben ihr Elend selbst verdient, weil sie keine systemischen Veränderungen wollen. Sie wollen lediglich eine bequeme Sklaverei.

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  2. hjweber schreibt:

    Sie leben wie die Fürsten.
    Nun wohne ich in Spanien, aber habe natürlich als Vater und Opa enge Verbindungen nach Deutschland.
    Mein Schlagwort könnte provokativ heißen:
    Die Armen leben wie die Fürsten in Deutschland.
    Jeder Deutsche kann maximal auf eine Lebensqualität
    absinken, die im 17. U. 18. Jahrhundert auch nur *ansatzweise* Fürsten und
    Königen hatten.
    Nur die Fürsten lebten in beheizten Räumen und hatten, wenn überhaupt, fließendes Wasser, kalt und warm; sie brauchten nie hungern, wurden aber (gegenüber den heutigen Armen) nur recht dürftig medizinisch versorgt.
    Kein TV, keine Computer, kein Smarti, kein Strom, usw.
    Eine Reise in das nächste Land war eine beschwerliche Tortur über viel Tage.
    Nun werden einige sagen: Der Mann hat doch überhaupt keine
    Ahnung davon, was wirklich unter den Armen in Deutschland los ist.
    Doch- habe ich, denn ich habe eine schwerbehinderte erwerbsunfähige Tochter, die in Deutschland (zur Aufstockung Ihrer Rente) die Grundsicherung erhält und in einer eigenen Wohnung lebt.
    Sie lebt dort, wie die oben erwähnten Fürsten, denn dafür sorgt der deutsche Staat durch eine angemessene Wohnung, zahlt die Heizung, die Krankenkasse und die Nebenkosten für die Wohnung.
    Mit den anderen etwa 400,00 Euro, muss meine Tochter dann
    den Monat über den Rest bestreiten; müsste….
    Da meine Ehefrau und ich, unsere Tochter ***legal***mit
    einem Betrag (nicht geldwerte Zuwendungen) unterstützen, der mehr doppelt so hoch ist wie das deutsche Kindergeld, erhalten wir für unsere Tochter auch noch deutsches Kindergeld, obwohl wir in Spanien wohnen.

    Im Übrigen halte ich es für entwürdigend, dass kranke Menschen, die wegen ihrer Erwerbsunfähigkeit die Grundsicherung erhalten, die nur so hoch ist, wie die Unterstützung eines Arbeitslosen, der wieder in Arbeit gebracht werden soll.
    Das bedeutet für den Rest des Lebens Armut.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

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