Wie die nächste Krise entstehen wird

Wir sind jetzt in Europa an einem Punkt, wo die Banken kaum noch Gewinne erzielen. Nicht alle, aber der größte Teil. Ausgerechnet die Sparkassen erzielen noch die größten Gewinne. (1)

Warum ist das so?

Normalerweise machen die Banken einen guten Teil ihrer Gewinne mit Krediten, das heißt, mit den Zinsen aus dem Kreditgeschäft. Aktuell haben wir aber Nullzinsen der Zentralbanken, damit sinken die Zinsen insgesamt dramatisch (2).

Zudem sehen wir eine Flucht in Betongold. Die Anleger müssen mit ihrem Geld irgendwo hin, Zinsen gibt es keine, also kaufen die alles, was nicht Niet- und Nagelfest ist (3). Selbst in Schrumpfregionen, die massiv von Abwanderung betroffen sind, steigen die Preise für Immobilien.

Was nicht steigt, und es steigt schon ewig nicht mehr, ist die Produktivität unserer Volkswirtschaft. Das liegt zum einen an der inneren Abwertung in Deutschland, mit der man die Löhne gedrückt hat, zum anderen aber an den staatlichen Eingriffen, etwa wenn mal wieder Beschäftigungsgarantien abgegeben werden für Unternehmen, die eigentlich pleite sind. Hartz IV und der Euro sind eine furchtbare Kombination.

Es ist inzwischen billiger, jemanden einzustellen, der Kartons faltet, als eine Maschine zu entwickeln, die das tut.

Ein weiterer Punkt sind die Target-Salden. Nullzins ist immer nur für den Schuldner gut, wir sind aber Gläubiger und werden diese rund 1 Billion Euro – das ist eine Zahl mit 12 Nullen – nicht zurück bekommen (4). Die Waren dafür sind trotzdem weg, die wurden geliefert. Verschenkt, sozusagen.

In dieser ohnehin angespannten Situation kriselt es in der Autoindustrie. Diese Industrie ist eine der Säulen unserer Wirtschaft. 7,7 % der gesamten Wirtschaftsleitung kommen aus dieser Industrie, weit über 800.000 Arbeitnehmer arbeiten in dieser Branche (5). Und diese Branche wird gerade zerstört. Die 800.000 Arbeitnehmer haben aber Kredite, Häuser, Familien, die kaufen ein. Ohne die Jobs gehen ganze Landstriche in die Armut.

Auch das restliche produzierende Gewerbe hat erhebliche Probleme, die aber keiner sehen will. Engpassmanagement (6) heißt deren Problem, denn damit ist ihre Produktion gemeint. Die schaltet man einfach von der Stromversorgung ab, wenn der Wind mal wieder zuviel oder zuwenig weht, die Sonne scheint oder auch nicht. Darauf kann man aber keine vernünftige Produktion bauen. Das geht nicht. Die Aluunternehmen heulen nicht einfach so, die werden regelmäßig „diskriminierungsfrei bewirtschaftet“ – also mit Vorlauf von 15 Minuten abgeklemmt.

Wenn jetzt in dieser Situation eine der Großbanken pleite geht, weil das Eigenkapital angegriffen wird oder ein Großschuldner ausfällt, dann sehen wir einen Finanzcrash, gegen den Lehman eine Butterfahrt war.

Die eine Bank wird die nächste mitreißen, man wird die faulen Kredite entdecken, die die Nullzinspolitik ermöglicht hat. Das wird wie ein Kartenhaus sein. Von einem auf den anderen Tag wird der Immobilienmarkt platzen, wie ein Ballon platzt, wenn man ihn mit der Nadel anpickt. So schnell wird die ganze Inflation auf einmal verschwinden.

Der Staat wird versuchen, die Banken zu retten. Das wird nicht mehr so diskret gehen wie bisher. Er braucht dann so viel Geld, dass es in alle Märkte strömen und wirksam werden wird. Wir werden eine Inflation bekommen, eine hohe Inflation. Von heute auf morgen werden die Target-Salden weg sein – das ist die Sekunde, in der der Euro zerbrechen wird. Es wird Deflation herrschen bei hoher Inflation. Die aktuellen Staatsausgaben wird man nicht halten können – wovon auch, wenn nichts produziert wird und das immer teurer wird. Was dann mit unseren Neubürgern ist, bleibt abzuwarten.

Es ist das Szenario von Weimar. Und es wird erneut die Systemfrage gestellt werden.

1 https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/bilanz-2018-sparkassen-verdienen-2-2-milliarden-euro-und-stechen-die-grossbanken-aus/24071248.html?ticket=ST-5129593-ooDOGsEnjvjbdtUIBlMB-ap2 und
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155706/umfrage/gewinn-der-deutschen-bank-nach-quartalen-seit-2008/

2 https://www.verivox.de/ratgeber/zinsentwicklung-und-zinsprognose-fuer-spar-und-kreditzinsen-119227/

3 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/597304/umfrage/immobilienpreise-alle-baujahre-in-deutschland/

4 https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/target-2-saldo-die-billionen-forderung-der-bundesbank-und-was-sie-bedeutet/22774218.html

5 https://orange.handelsblatt.com/artikel/31174

6https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/Versorgungssicherheit/Engpassmanagement/engpassmanagement-node.html

 

Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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