Kim „Dotcom“ Schmitz spekuliert auf Twitter

Siehe auch: https://twitter.com/KimDotcom/status/1586737543974121472

Warum ist der Typ jetzt relevant, für was hat der den blauen Haken auf Twitter – also noch. Bald kann man sich das ja kaufen, aber heute noch noch nicht.

Kommen wir zu den Dingen, die uns verbinden. Kim Schmitz ist so alt wie ich und macht Internet seit der 1. Stunde. Ab jetzt das, was uns trennt.

Kim war Hacker der Black Hats (Cracker), gehört also zu den wenigen Security-Experten, die Deutschland hervorgebracht hat. Der hat aber eben nicht immer auf der hellen Seite gedient, das war einer von denen, die die illegalen Versionen von irgendwas auf den Markt geworfen haben. Er kennt sich aus mit Sicherungsverfahren und Kryptographie.

Kim hat Dienste wie Megaupload erfunden und online gebracht und wurde damit reich. Richtig reich.

In der Sendung PlusMinus trat er auf und erklärte das Blue-Box-Verfahren und wie man damit kostenlos telefonieren konnte. Zu der Zeit betrieb er einige Mailboxen (das war, als das Internet wirklich noch Neuland war und www unbedeutend!) und soll da aus der Kommunikation der Teilnehmer Insider-Wissen ergaunert haben. Man konnte das nie nachweisen, zu der Zeit wurde er jedoch zum absoluten Experten in Sachen Schwachstellen der Telefonie. Kurze Zeit später betrieb er einen Party-Line-Dient, wo er wieder Insider-Informationen abgeschnorchelt haben soll. Wohlgemerkt alles mit soll, das konnte nie nachgewiesen werden.

Gesichert ist, dass er mit den ermittelnden Behörden zusammen gearbeitet hat, als es gegen Raubkopien und Kreditkarten-Fälschungen ging. In dem Rahmen wurde er zum ersten mal verurteilt, 2 Jahre auf Bewährung.

Siehe auch: https://www.heise.de/tp/features/Ein-arroganter-uebergewichtiger-und-reicher-Deutscher-vor-einer-konservativen-Jury-aus-Virginia-3393051.html

In jener Zeit, also während der ersten Umtriebe von Kim „Dotcom“ Schmitz liefen jedoch die Krypto-Kriege, die Deutschland verloren hat. Infolgedessen hat auch unsere form des Internets – Usenet, BTX, Mailboxen, ISDN – den Krieg mitverloren, ebenso wie unser deutsches Recht. Seither gilt us-amerikanisches Recht, wenn man es denn so nennen will. Das muss man wissen, wenn man die Verurteilungen des Kim Schmitz richtig einordnen können will.

Wer mehr zu den Krypto-Kriegen wissen will, dem sei der Danisch.de ans Herz gelegt. Die Sammlung Adele und die Fledermaus wird im Blog stets ergänzt und erweitert, je nachdem, was sich gerade ergibt. Adele und die Fledermaus ist aber aus der Zeit und gibt den da bekannten Wissensstand wieder.

Siehe auch: https://www.danisch.de/blog/adele-und-die-fledermaus/

Kim erhielt etwa um 2000 / 2001 Insiderwissen über brachiale Schwachstellen in der GSM-Kommunikation, das waren die Handys, die gerade modern wurden. Die Telekom kaufte ihn deshalb ein, vermutlich, damit er nicht öffentlich machte, was er wusste. Die Beraterverträge waren exzellent dotiert, Kim machte mal wieder eine neue Firma auf, verhökerte 80 % des Berater-Ladens an den TÜV, der Laden ging pleite (Amtsgericht München, HRB 126690 – Löschung am 19. Oktober 2009).

Kim soll und hat möglicherweise – ab den frühen 2000ern gibt es mehr Spekulation als alles andere, der soll auf Bin Laden ein Kopfgeld ausgesetzt haben usw. usf.

Als nächster, gesicherter Fakt ist klar, dass Kim im Januar 2002 in Bangkok aufgetaucht ist, zuvor aber eine Website aufgemacht hat, die auch gut einen Suizid hätten ankündigen können. Statt dessen: King Kimble the First, Ruler of the Kimpire („König Kimble der Erste, Herrscher des Kimperiums“). Jedenfalls wurde er noch Januar 2002 in Thailand festgenommen. In München wurde er zu einem Jahr acht Monate verurteilt (Az. 1124 Ls 302 Js 50240/01).

Kim ging nach Hongkong, soll dort wieder diverse Firmen aufgemacht haben. Anfang 2007 hat man seine damaligen Internetauftritte samt und sonders entfernt. Weiter ging es dann mit Megaupload. Kim zog weiter nach Neuseeland.

Siehe auch: https://www.focus.de/digital/internet/die-stille-rueckkehr-des-dotcom-phantoms-kim-kimble-schmitz_id_1803806.html und https://www.nzherald.co.nz/nz/immigration-nz-kim-dotcom-deportation-an-option/PK6JW7MWVNQHHW2XWAVUR4CN7U/?c_id=1&objectid=11350654

Mit Megaupload hat Kim dann endgültig die gesamte US-Justiz gegen sich aufgebracht. Er wurde auf Milliarden US-Doller Schadenersatz verklagt etc. Ab 2012 wurde dann auch sein Umfeld von den US-Geheimdiensten ins Visier genommen.

Siehe auch: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Klage-gegen-Megaupload-Kimble-vor-Gericht-1319097.html

Sollte Kim jemals in die USA ausgeliefert werden, drohen ihm 20 Jahre Haft. Die neuseeländische Justiz hat jedoch inzwischen festgestellt, dass die Verfahren gegen Kim mindestens teilweise illegal waren, und hat Teile des Vermögens wieder frei gegeben.

Siehe auch: https://www.nzherald.co.nz/nz/dotcom-secures-6m-for-lawyers-living-costs/X736LJLR2GF6EZ4UHOQIJEJX5M/?c_id=1&objectid=10830289

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kim Dotcom Schmitz eine schillernde Figur in der deutschen Internetszene war und immer noch ist. Er ist wichtig, denn allein seine Aktivitäten belegen die Aktivitäten und Einflussnahmen der USA und deren Geheimdienste. Der nur wenige Jahre zuvor bekannt gewordenen Hacker Karl Koch hat seine Begegnung mit diesen Diensten nicht überlebt (wer sich informieren will, der suche nach 23), von daher ist es schon erstaunlich, dass Kim noch da ist.

Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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