Regen in Portugal und andere Überraschungen

Chuva in Portugal, Hallelujah! Der Regen hat die Brände gelöscht, landauf landab.

Gestern waren wir zu Gast bei einer Freundin, die hatte noch andere Freundinnen eingeladen, weil wir als Deutsche wohl exotisch sind. Mein Mann spricht fließend Portugiesisch und wir gehören nicht zu den „hier haste Geld nu mach was ich will“-Touristen. Wir sind normale Leute und die anderen auch, und das ist wohl das Ding.

Jedenfalls beim Essen: Diskussion über den Präsidenten, Marcelo Rebelo de Sousa. Der Präsident ist sehr beliebt, der braucht keinen Leibwächter. Die Leute fallen dem in die Arme und knuddeln den durch, sie weinen und lachen mit ihm. Im TV konnte man Bilder sehen, wie er in Oliviera do Hospital war, die Feuer hatten über 100 Todesopfer gekostet. Der Mann war sichtlich angefasst und erklärte dann, dass das Parlament nochmal darüber nachdenken soll, ob die Regierung noch die richtige sei. Die Innenministerin und der Premier hatten verkündet, es sei wie es sei, man müsse damit leben – das hat die meisten Portugiesen tief getroffen und sie waren entsetzt.

Und dann kommt dieser Präsident und sagt, er sei der Verteidiger der über 100 Opfer und wenn die Regierung und das Parlament nicht reagierten, er täte es ganz bestimmt.

Dann passierte das in Deutschland undenkbare, die Regierung konnte das nicht mehr wegquatschen. Die Innenministerin ist zurück getreten. Die Portugiesen sind stolz, Portugiesen zu sein und so einen Präsienten zu haben.

So einen Präsidenten will ich auch haben. Einer, der dann nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt geht und der Regierung erklärt, dass es so nicht geht. Einer, der den Opfern bei steht. Einer, der den Finger in die Wunde legt und Frau Merkel daran erinnert, dass die Typen mit den MGs jetzt nicht an der Grenze stehen, sondern den Karnevalsumzug bewachen müssen, blos weil irgendein Arschgesicht keine „unschönen Szenen“ an der Grenze haben will – die haben wir nämlich jetzt im Innern.

Dieser Präsident kann durch Portugal laufen, jeder nimmt den mit, jeder läd ihn zum Kaffee ein, jeder mag den, und er mag die Leute.

Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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