Vom phrölichen filosophieren

Heute war das langersehnte Treffen mit meinen phrölichen Filosophen.

Was haben wir gelacht. Was haben wir gekotzt. Was haben wir philosophiert. Mehr als 5 Stunden.

Wir hatten – wie so oft – kein festes Thema und konnten so von einem Thema in das andere mäandern, wie ein Fluss, den man nicht begradigt hat.

Wie kamen vom hundertsten in das tausendste, fraßen uns fest um dann wieder einen Bogen zu schlagen und auf das nächste Thema zu kommen.

Ich kann das nur jedem raten. Eine Gruppe, in der man völlig frei reden kann, mit völlig unterschiedlichen Menschen und ihren unterschiedlichen Erfahrungen, jeder mit einer anderen Sicht auf die Welt und die Dinge, kilometerweit Entfernt vom üblichen Kreiswichsen und schmoren im eigenen Saft. Jeder darauf bedacht, gut und höflich mit dem anderen umzugehen, ausreden lassen, nicht dazwischen quatschen, gierig, die Sicht des anderen zu erfahren, mit einer Tiefe, die nur in der absoluten Offenheit möglich ist.

In unserer Runde fallen harte, wenn nicht auch derbe Worte. Das geht nur mit gestandenen Persönlichkeiten, die Kritik am Tun als Kritik am Tun anerkennen und nicht an der Persönlichkeit. Auch das war heute ein großes Thema, denn ich schätze die Arbeit mit anderen Frauen nur bedingt, weil Frauen Kritik häufig persönlich nehmen. Ich sage, die Auswirkung des Tuns ist negativ und sie denken, ich hätte gemeint, sie als Mensch wirken sich negativ aus. Dazu kommt dann noch Guilt by association, sprich der hat mal gesagt, dass ein Afd Politiker wie Guido Reil keinen rassistischen Müll absondert sondern dass man dem Steiger zuhören sollte, damit ist der natürlich sofort ein Rassist (hä?). Zu den gestandenen Persönlichkeiten in unserer Runde gehört eine Frau, die eben genauso allergisch auf Zuschreibungen solcher Art gehört und die nicht sofort losheult, wenn das Essen nicht vegan ist.

Man bekommt die eigene Sicht in Frage gestellt und bestätigt, man stellt die Sicht des anderen in Frage und bestätigt sie. Gewöhnlich, und auch heute, qualmen die Köpfe und dann bekommt man auch Hunger, man teilt das gemeinsame Essen, jeder bringt was mit, schmeckt auch alles, wenn auch neu, denn die Philosophie macht sich auch und gerade bei Speisen und Getränken bemerkbar.

Was Esoterik betrifft hab ich mal original gar keine Ahnung und lasse mich belehren, und frage auch nach, was um alles in der Welt hat es denn mit den kristallinen Ausformungen von Edelsteinen auf sich, dass die mit was auch immer redundieren können? Aber die Philosophie und Spiritualität bezogen auf einen einzelnen bleibt mir fremd. Ich weiß aber aus Erfahrung, dass Feng Shui immer dafür sorgt das Leute sich Gedanken machen, wie welche Möbel zu stellen seien. Und Feng Shui kundige Menschen besuchten bereits unser Haus und fanden es gemütlich, da wird es wohl angenehm gestaltet sein.

Mein Fremdeln bleibt aus, wenn es um das Große und Ganze geht, wie entwickelt sich eine Gesellschaft und warum, was sorgt wie für eine Transformation, was ist Mainstream und warum oder auch nicht, weil das halt mein Fokus ist, meine Spezialisation, mein Hauptgebiet. So wenig, wie ich über Individuen sagen kann, so viel kann ich über Kollektive beitragen und erklären.

Das Leben ist schön.

Jeder kann nach seinen Möglichkeiten und seiner Fasson etwas beitragen, zur Heilung dieser Welt, sogar ich.

Mein Fokus ist und bleibt, die Gesellschaft zu beobachten und zu ergründen, die Strömungen zu erfassen und zu beschreiben, den Finger in die Wunde zu legen und die Aufgabe der Anderen ist zu erklären, wie der Einzelne dazu beiträgt, welche Auswirkungen das auch auf den einzelnen hat (Briefe an Thorsten, der macht das mal so richtig gut), und was einzelne tun können und oder müssen, um das zu heilen.

Aus dem heutigen Treffen nehme ich mit, dass ich einen guten Beitrag liefere, indem ich mich eben nicht um Individuen kümmere, denn das tun andere und viel besser, als ich das je könnte.

Ich werde weiter die Gesellschaft beobachten und analysieren, erklären was gerade passiert und was das bedeutet und andere werden beschreiben, warum die Individuen tun was sie tun. Wieder andere werden versuchen Lösungen zu erarbeiten und zu etablieren, die es für alle erträglicher macht während ich versuche, genau diese Arbeit in der Gesellschaft zu finden und die Veränderung zu erkennen und zu beschreiben.

 

Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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