Der böse Trump und die Strafzölle

Donald Trump, Präsident der USA, will Zölle einführen. Auf Stahl, so hört man, 25 %, auf Aluminium 10 %.

Nicht berichtet wird derzeit, dass der Import von Autos aus den USA in die EU mit 10 % Zoll belegt werden, umgekehrt werden nur 2,5 % Zoll fällig.

Ich verstehe nicht, warum Trump das macht. Denn – aufgemerkt – er könnte seine Währung abwerten. Und ich würde das tun. Den Dollar um 25 % abwerten. Da wird der Export aus den USA billig und der Import in die USA teuer. Das würde das Handelsdefizit mit einem Schlag dramatisch reduzieren und die US-Bürger könnten sich einheimische Produkte wieder leisten und müssten nicht den Schrott aus China kaufen. Ausserdem würde dieses Zoll-Thema nicht auftauchen und Handelskrieg wäre kein Thema.

Wir in Deutschland können das nicht, weil Mitglied einer Währungsunion sind – dem Euro. Wir müssten aber auch um 30 % aufwerten und dann müssten die Löhne bei uns steigen, damit wir wieder einen Binnenmarkt bekommen. Dann schreien hier aber sofort alle auf, vor allem die Gewerkschaften, Lohnerhöhung geht gar nicht, erst Recht keine Rentenerhöhung.

Wann war nochmal das goldene Zeitalter für Arbeitnehmer? Vor oder nach dem Euro?

„Wir haben uns vorgenommen, ein gutes Team aufzustellen“, sagte Hamburgs Bürgermeister Scholz, der Vizekanzler werden soll. 

Siehe auch: https://www.bild.de/politik/inland/hubertus-heil/hubertus-heil-wird-arbeitsminister-55043536.bild.html, abgerufen am 11.03.2018

Wenn man sich sowas vornimmt, warum macht man es dann nicht? Ins Wirtschaftsministerium gehört ein Nationalökonom mit Verständnis, wie Währungen funktionieren und kein Rechtsanwalt wie Peter Altmaier.

Das ist halt das Problem. Jetzt macht Trump einen Zoll, dann aus Deutschland gefordert die EU, und wieder Trump, und nochmal die EU…

Am Ende gibt es keine Sieger sondern einen Handelskrieg. Bezahlen werden das die Bürger, die ihre Jobs verlieren und dann weniger statt mehr Einkommen haben. Und die Schuld dafür liegt auf beiden Seiten.

Trump ist ein Betriebswirt, der die USA wie ein Unternehmen führt und keine Ahnung von Saldenmechanik hat und die EU hat diese Praragraphenreiter, die auch keine Ahnung von Saldenmechanik haben.

 

Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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2 Antworten zu Der böse Trump und die Strafzölle

  1. altermann schreibt:

    Das klingt logisch, ist es auch, bis auf eine klitzekleine Nebensächlichkeit: Der Dollar ist nicht ein Peso. Will sagen, der Dollar kann sich nicht gegen sich selbst abwerten. Als Leitwährung versucht ja der Dollar seit Jahrzehnten seine Abwertung dadurch herzustellen, dass er einfach Geld druckt. Die Amis leben seit der Abkehr von Goldstandard (1971, Bretton Woods) über ihre Verhältnisse. Die Deckung des Dollars wird militärisch gesichert. Klingt komisch und verschwörungstheoretisch, ist aber so. Jede Nation, die versucht hat, vom Dollarstandard (Leitwährung für Ölgeschäfte) abzuweichen, bekam Besuch: 1953 Iran, dann Irak und Libyen. Wenn Venezuela jetzt damit anfängt, kriegen die auch Besuch. Wenn China und Russland den Dollar angreifen (wie immer spekuliert wird), ist der Zusammenbruch programmiert.
    die Zollschraube ist eine Verzweiflungstat. Die, die schon länger hier leben, können sich noch an den Hähnchenkrieg (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46172993.html) erinnern. Deshalb ist das „Trump-Programm“ alter Wein in alten Schläuchen.
    Das Weltwährungssystem fliegt auseinander. Die Lunte brennt, nur weiß keiner, wie lange die Zündschnur ist.
    Es gibt auch keine Rettung, denn die, denen es an den Kragen gehen müsste, sind die Bestimmer. Die Gegenposition zu „Geldschulden“ sind die „Geldvermögen“. Das ist trivial, wird aber selten so gesehen. Im Gegenteil, wer schreibt, unsere Schulden belasten die zukünftigen Generationen, der hat das System nicht begriffen. Mit der Logik beschenken die Geldvermögensbesitzer auch zukünftige Generationen. Wer die folgenden Trivialsätze der Saldenmechanik kapiert, der versteht langsam „Wirtschaft“:
    1) Die Summe des Geldvermögens, saldiert mit Geldschulden ist Null! Würden alle Schulden zurückgezahlt, gäbe es kein Geld!
    2) Die Welt ist nicht gegenüber den Marsianern verschuldet!
    3) Geld „arbeitet“ nicht.
    4) Die schwäbische Hausfrau kann sparen, aber nicht der Staat.
    5) Wertschöpfung kann nicht „auf die Seite“ gelegt werden.
    6) Wenn alle sich der Wertschöpfung verweigern, springt weder eine Versicherung, noch der liebe Gott ein.
    7) Die Altersrenten müssen immer zeitgleich erwirtschaftet werden. Das gilt auch für „kapitalgedeckte Renten“, nur verdienen da noch andere mit.
    Das ist so auf die Schnelle. VWL für Dummies. Wer das bezweifelt, soll nochmals nachdenken. Ich habe VWL studiert und Jahre an der Uni verbracht, nur um diese Tautologie von hinten und vorne zu beleuchten: Gewinn = Umsatz – Kosten. Ein Beispiel: Die sozialistische Wirtschaftspolitik hat versucht diese Binsenwahrheit zu beseitigen und ist deshalb gescheitert. „Preiswertes Wohnen“: Wenn die Mieten die Kosten nicht decken, verfällt die Substanz, oder der Wohnraum besteht aus „Platten“. Ein ganz großer Vulgärökonom (der designierte Außenminister) hat mal im Fernsehen gesagt, dass zur Finanzierung der Flüchtlinge niemanden etwas weggenommen wird: https://www.youtube.com/watch?v=Z4cB6XVdETM Solche Leute müssten mit der Mistgabel durch die Straßen gejagt werden!
    Fazit: Das Ende ist nahe!

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