Bei Spon ist ein Teelicht aufgegangen

Ein Minilichtblick: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wut-auf-deutschland-darum-mag-keiner-die-deutschen-kolumne-a-1210572.html

Spon hat zumindest in Form einer Kolumne von Dietz bemerkt, das unsereins, so als deutscher, nicht zwingend beliebt ist.

Das liegt auch, aber nicht nur, an der Tatsache, das wir gerade aktiv den Euro in die Luft jagen und dann auch noch Schulmeisterich jedem erklären, das am deutschen Wesen die Weltwirtschaft genesen möge.

Zunächst mal die sog. Strafzölle, die nach landläufiger Meinung die USA als gemein, unbegründet und fies einfach so verhängt hätten. Haben sie nicht, weil die sog. Strafzölle keine sind. Die EU erhebt selber solche Zölle, z.B. gegen Stahl auch China.

Siehe auch: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-erhoeht-importzoelle-auf-china-stahl-a-1142151.html

Gerade in Deutschland dient die Aluminiumproduktion als Puffer für die Stabilisation des Stromnetzes, Lastverschiebung nennt man das. Gerade hier im Westen Deutschlands wird Aluminium produziert, weil zuviel Strom da ist und diese Hütten gerne als Steuerungs-Verbraucher missbraucht werden, die eh den Strom nicht bezahlen müssen, obwohl sie mehr Strom als ganze Kreise verbrauchen. Das sind Kosten der Energie-Wende. Man muss halt wissen, wohin mit den Überkapazitäten wenn die Sonne scheint und der Wind weht… Das Aluminium, das zuviel da ist, und dessen Herstellung der Regulierung des Stromnetztes dient, wird dann eben exportiert.

Siehe auch: https://www.energie-und-management.de/nachrichten/strom/detail/lastverschiebung-im-industriellen-massstab-115905

Dietz findet auch Worte für die ekelerregende Art- und Weise, wie sich deutsche Politiker in die Angelegenheiten von andren Ländern einmischen, wenn auch keine deutlichen.

Dietz erkennt sogar, das wir zuviel exportieren. Ja hey!

Um das nochmal zu sagen: der Kern einer jeden (!!!!!) Währungsunion ist eine gleiche Inflation!

Die Inflation hätte nach den Verträgen bei 1,9 % liegen müssen.

Lag sie aber nicht. In Deutschland viele Jahre noch unter 1 %, weil man hier die Löhne gedrückt hat. Das hat unseren Binnenmarkt zerstört und ging nur weil man Hartz IV eingeführt hat und eine absolut irrsinnige Drucksituation auf die Arbeitnehmer ausgeübt hat. Als Folge sind die Löhne heute mehr als 30 % zu niedrig, die Leute können sich kaum noch frische Kartoffeln leisten, weil alles teurer wurde, besonders die staatlichen Abgaben, Strom und Mieten, aber die Einkommen nicht gestiegen sind, dafür aber die Gewinne der Unternehmen.

In Frankreich blieb das Lohnniveau stabil, die haben sich an die 1,9 % Regel gehalten. Die Südstaaten hatten zunächst eine Lohnexplosion, da hatte man um 3 % Inflation.

Was Dietz nicht verstanden hat: Inflation macht man mit den Masseneinkommen. Wenn ich mich auf Inflation 1,9 % einige müssen die Löhne und Renten um 1,9 % steigen, so wie in Frankreich.

Genau die Politik, die Deutschland so verheert hat – wie lange war Deutschland der kranke Mann Europas? – die Austerität, hat man den Südländern auferlegt. Haben die wohl bei Brüning gelernt…

Ich sag das mal so: mein Kollege Gregor hat eine Frau und einen Hund. Ich bin jetzt mal Deutschland und Gregor Griechenland. Es geht mich einen Scheißdreck an, wie viele Handtaschen Gregors Frau hat, wo und wie die beiden wohnen, wie oft die in Urlaub fahren. Aber, als Deutschland schreibe ich den beiden vor, wieviel Geld die für Urlaub ausgeben dürfen, was die für Freizeit ausgeben dürfen und was Gregors Krankenkasse zu seinem Zahnersatz zuzahlen soll und was der Hund zu fressen bekommt.

Wie Gregor aber sein Geld verwendet, das kann mir egal sein und es geht mich nix an!

Als Deutschland schreibe ich ihm das jetzt aber vor. Da muss ich mich nicht wundern, wenn der mich scheiße findet. Und dann bezeichne ich ihn auch noch öffentlich als Schmarotzer und Nichtskönner, mache Stimmung gegen ihn, weil diese Familie so verschwenderisch sind und sich einen Hund leisten!

So geht Deutschland mit seinen Freunden und Nachbarn um.

Und die Wahrheit sieht dann so aus:

Alle Löhne hätten sich Entlang der gestrichelten Linie entwickeln müssen, so war das abgesprochen und so steht das in den Verträgen. Deutschland liegt massiv drunter und macht den anderen damit die Verkaufschancen kaputt, einfach weil wir unfassbar viel billiger sind, der Euro nur für uns unterbewertet ist, und für alle anderen zu hoch bewertet ist.

Bei uns sparen alle, und zwar wirklich alle, aber irgendjemand muss das Geld auch nehmen. Dazu zwingt man das Ausland.

Fazit: bei uns hat man das Lohnniveau massiv gedrückt, den anderen „Marktanteile“ abgenommen, deren Industrie kaputt gemacht, die unter das Schuldenjoch gezwungen und dann macht man denen auch noch Vorschriften. Das klingt nicht nur unsympathisch, das ist unsympathisch. Per Handstreich macht man dann auch noch die Grenzen auf und erwartet, das alle jubeln, jeder der nicht jubelt ist Nazi. Man poltert unaufhörlich gegen Trump und Putin und gefährdet den Frieden im inneren und auch den im Äusseren.

Aber immerhin: bei Dietz hat es gedämmert, das muss man auch mal loben.

 

 

Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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6 Antworten zu Bei Spon ist ein Teelicht aufgegangen

  1. Uwe schreibt:

    Ich hab „gefällt mir“ angeklickt. Aber das ist zu wenig: Der Artikel gefällt mir ausgezeichnet.
    Danke, osthollandia!

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  2. Larwig Reiner schreibt:

    Meine persönliche Meinung nach alles super recherchieren und auf den Punkt gebracht, aber ich tue mich etwas schwer damit wenn es heißt die Deutschen, ich glaube ein sehr großer Teil der deutschen würde diese Politik definitiv nicht unterstützen, wie auch die gesamte Europapolitik.

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    • osthollandia schreibt:

      Das Problem ist, das diese Politik auf alle Deutschen zurückfällt – auch auf die Kritiker!

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      • Dalailine schreibt:

        Ja, das tut es wohl, aber sicher nur bei den jeweiligen Schlafschafen des jeweiligen Landes.
        Ich glaube den aufgeklärten Russen, Griechen, Ungarn, Amerikanern etc. ist auch klar, dass es nicht der Wunsch der Masse des Volkes ist einen Krieg zu wollen.
        Wir wissen doch auch was gespielt wird, zumindest schauen schon viel mehr Menschen hinter den Vorhang als vor einigen Jahre.
        Allein die inzwischen flächendeckenden Demos überall sollten mal zum Nachdenken anregen liebe Schlafende Mitbürger.

        Allerdings ist festzuhalten das die Griechen zu HUNDERTTAUSENDEN auf den Straßen waren und sogar öffentluche Räume gestürmt und zerlegt haben . Was hat es gebracht?

        Und bevor ich jetzt vom 100dertstel ins 1000sendste komme, hier und im Grunde überall ist so einiges im Argen.

        Die Welt ist hochverschuldet, die ganze Welt. Alle Länder. Ausnahmslis.

        Und bei wem?

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      • osthollandia schreibt:

        Bei denen, wo die Guthaben liegen

        Gefällt 1 Person

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