FeministInnen

Natürlich ist Chemnitz nach wie vor präsent, doch man muss sich auch fragen, wie es sein kann, das die Presse so derart entgleist und so derart viele Falschmeldungen gebracht hat und noch bringt – trotz oder gerade wegen des NetzDG.

Ein Problem ist die allgemeine Verblödung unter den Journalisten. Offensichtlich schadet der linke Bias der Vernunft.

Beispiel dieser Artikel: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/tampons-binden-schmerzmittel-was-kostet-die-menstruation-a-1220188.html, abgerufen am 31.08.2018

Ausgangslage ist dieser Tweet der Autorin, oder welche Berufsbezeichnung sie auch immer gerade missbraucht

Die Oma hat gesagt, Dein Text ist gut, darum sollen jetzt alle weniger Steuern für Tampons und Binden zahlen.

Man liest dann den Text und sucht die Argumente, die das jetzt begründen.

Erster Teil: jemand hat in GB gesagt, das sie ihre Periode hätte und das habe sie 25 Pfund gekostet. Aha. Dann erfahren wir, dass nicht nur das Päckchen Tampons oder Binden einkalkuliert wurden, nein, auch Schmerzmittel. OK. Dann wird es absurd, auch Chips, Schokolade, Zeitungen und Unterhosen werden eingerechnet.

Die Berechnung berücksichtigte nicht nur die Kosten von Hygieneprodukten wie Tampons, Binden, Einlagen und Menstruationstassen. Sie bezog auch viele Dinge mit ein, von denen die Frauen sagten, dass sie sie während oder wegen der Periode bräuchten: Schmerztabletten, Schokolade, Chips, Zeitschriften und neue Unterwäsche zum Beispiel.

Warum? Ich bin Frau und als solche habe ich auch schon mal meine Tage gehabt. Ich schwöre, ich habe noch nie Chips oder Schokolade in meine Unterhose getan!

Weiter geht’s. Wir erfahren, in Deutschland gibt es keine Erhebungen zu diesem Thema. Plötzlich und unerwartet geht der Text weiter, mit einer Markterkundung, Preise von Tampons.

Das kann ich auch: https://www.dm.de/o-b-tampon-procomfort-normal-p3574661322636.html

Die 56er Packung OB normale Größe kommt 4,55 €, das dürfte ein mittlerer Preis sein. Mehr wie 20 werden pro Periode selten benötigt, dann macht das 1,60 €. Und ich weigere mich noch immer, Chips in Unterhosen zu stecken und das einzukalkulieren. Ist ja widerlich!

Die Autorin rechnet noch eine Packung Schmerzmittel mit 20 Tabletten für 4 € oben drauf – das ist gemeingefährlich! Ein so hoher Konsum von Schmerzmitteln, gerade von Zeug wie Paracetamol ist grundsätzlich abzulehnen. Das schädigt die Leber deutlich erfolgreicher als 2 Flaschen Wein.

Siehe auch: https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=6513

Hier wäre dringend eine Wärmflasche zu kalkulieren gewesen, nichts anderes!

Aber weiter, hier geht um feministischen Aktivismus, was stören da ein paar Leberinsuffiziente.

Man kommt dann zu ca. 5 € Kosten für das „Notwendigste“, was für Azubis, Studentinnen und Obdachlose schwer zu stemmen sei. Moment? Studentin? Waren das nicht eben noch alles Studierende?

Nachgucken: „Für eine Studentin oder für jemanden, der gerade seine Ausbildung angefangen hat, ist das etwas anderes als für eine berufstätige Frau. Ganz zu schweigen von Personen, die vielleicht keinen Wohnsitz haben“

Na gut, einfach überlesen, weiter.

Es wird auf eine Studie verwiesen, wonach 10 % der Mädchen in GB keinen Zugang zu Hygienemitteln hätten. Die Hälfte hätte auch schon mal den Unterricht verpasst.

Au, das ist ganz neu. Zu meiner Schulzeit bekam man seine Tage auch schon mal mitten in der Schulzeit. Wir sind dann nach Hause gegangen und haben uns frisch gemacht und zu Tode geschämt, vor allem, wenn die Jungs das mitbekommen haben. Dem vernehmen nach ging es meiner Mutter, meinen Tanten, meinen Omas und meinen Cousinen auch so. Wir alle haben mal den Unterricht verlassen müssen, um uns umzuziehen. Das hatte noch nie was mit dem Zugang zu Damenbinden oder Tampons zu tun.

Aber gut, der Artikel ist bald vorbei.

Hartz IV, furchtbar. Zu niedrig kalkuliert, schreibt die Autorin. Jetzt führt sie uns zum Sinn des Artikels, wir sollen eine Petition unterschreiben, damit die Mehrwertsteuer auf diese Produkte gesenkt wird. Andere Länder hätten das auch schon gemacht.

Und dann kommt der Knüppel überhaupt: die geradezu atemberaubend steile These, das 19 % Umsatzsteuer eine Luxussteuer sei und es ungerecht wäre, den verminderten Satz 7 % auf Kaviar nicht geben dürfe.

Man hat wohl mal im Finanzministerium nachgefragt, dort aber nicht ganz so offene Ohren für das Thema gefunden, Zitat: Aus dem Ministerium von Olaf Scholz (SPD) heißt es jedoch, der ermäßigte Steuersatz sei ohnehin „kein geeignetes Mittel, eine dauerhafte Entlastung der Betroffenen zu erreichen“. Es könne nicht sichergestellt werden, dass Unternehmen den geringeren Steuersatz tatsächlich weitergäben.

Das ist eine realistische Einschätzung, die ich durchaus teile. Die Autorin kommt nun zu ihrem Resümee: Ein Argument, das Roloff nicht versteht. „Da ruht sich das Finanzamt auf dem freien Markt aus. Das ist eine kapitalistische Denkweise, die einfach eine Frechheit ist für ein sozialdemokratisch geleitetes Ministerium.“ Das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – ebenfalls in Hand der SPD – äußert sich erst gar nicht zu der Frage.

Warum jetzt aber genau die Umsatzsteuer runter soll, verrät die Autorin nicht. „Alles kapitalistische Kackscheiße“ ist für mich kein Argument und lasse ich auch nicht als solches durchgehen.

Als Mensch, als Frau muss man essen, trinken, sich kleiden und wenn man seine Tage hat, entsprechendes benutzen. All das kostet Geld, all diese Güter sind mit unterschiedlichen Umsatzsteuersätzen belegt.

Man kann ja darüber diskutieren, dass die Umsatzsteuer für Hygieneartikel runter soll, aber warum für Tampons und Windeln nicht? Was ist an Tampons wichtiger und notwendiger, als an Windeln? Und was haben Chips in Unterhosen zu suchen? Diese Fragen bleibt die Autorin schuldig, erst recht die Antworten darauf.

Dieser Artikel ist ein exzellenter Beleg für die Dummheit der Autoren mit Haltung. Und weil das so ist, muss man sich über die Auswüchse der Falschmeldungen nicht wundern.

 

 

 

Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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Eine Antwort zu FeministInnen

  1. Oedingen, Wolfgang schreibt:

    Wie hier aus einem absichtlich(?) falsch verstandenen Sachverhalt Funken geschlagen werden, fand ich schon beim ersten Lesen lustig.Schon deshalb nie die Bloggertätigkeit einstellen so
    lautet die Bitte an die Tochter von Engelbert.

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