Komische Stimmung

Es liegt etwas in der Luft.

Wenn man sich mit den Leuten unterhält bekommt man es mit. Eine seltsame Stimmung. Eine Erwartungshaltung. Wie die Ruhe vor dem Sturm.

Erst gestern habe ich mich mit einem Kollegen unterhalten und der meinte, die Stimmung sei historisch. Das letzte mal habe es sich so angefühlt, als die Mauer gefallen sei. Inzwischen wären alle irgendwie bekloppt geworden, besonders die Jugend. Die würden nur noch Erwartungen haben und sich über alles aufregen, was nicht deren Erwartungen entspreche. Er sei mal mit einer Gruppe Azubis in Südafrika gewesen, dort habe man 5-Sterne-Hotel gehabt, das erste, was den Blagen eingefallen sei wären Beschwerden gewesen, dass das Zimmer zu klein sei.

Als man dann mit dem Zug durch das Land gereist sei habe er denen dann gesagt: „Der nächste Bahnhof ist Eurer. Ihr steigt dann hier aus und könnt sehen, wie ihr weiter kommt. Ich rufe aber eure Eltern an und sage denen, wo ihr ausgestiegen seid“ Anschließend gab es wohl kein Gemäkel mehr.

Tja, so ist das. Das entspricht meinen eigenen Erfahrungen mit vielen Jugendlichen, sogar mit meinen eigenen Kindern.

Ich, ich, ich, ich! Will, will, will, will! Jetzt, jetzt, jetzt, jetzt!

Und nun sieht man, wie das alles einstürzt, wie ein Kartenhaus. Hat man noch vor kurzem „Schulstreiks“ veranstaltet schreien die Abiturienten jetzt nach digitalem Unterricht.

Da habe ich gute Nachrichten: das gibt es, das nennt sich „Telekolleg“ oder „Schulfernsehen“, da muss man nur im WDR einen ins Archiv schicken die MAZ holen. Ach richtig, die MAZ gibt es ja gar nicht mehr, man hat ja die Sender „digitalisiert“, auf 16:9 umgestellt und PAL abgeschafft. So ein Pech aber auch…

Nicht alles ist schlecht, wenn man 2+2 zusammen zählen kann und sich auch von „Nazi-Prepper“-Rufen nicht beeindrucken lässt. Wo der WDR heute (!!! – am Samstag) Krisensitzung hatte und nun beschlossen hat, dass man sich auf evtl. Quarantäne-Fälle einstellen müsse (eine ganze Woche, nachdem ein Rundfunkrat positiv getestet wurde) sind wir schon fertig. Meine Hotline ist am letzten Mittwoch schon mit der Anweisung ausgestattet worden, ins Home-Office zu gehen, für alle Vorbelasteten sofort, für die beiden anderen ab kommenden Montag.

Uns selbst hat die Anweisung der eigenen Heeresleitung bereits Dienstags ereilt, allerdings hatte ich Montags bei meinem Jungs schon kund getan, dass ich erwarte das noch am gleichen Tag alle notwendigen Anträge und Formalismen für eine solche Eventualität abgeschlossen zu sein haben.

Und so stehen nun alle in Schockstarre und stieren auf den Dax, die leeren Regale im Supermarkt, die geschlossenen Bahnsteige, die leeren Autobahnen. Die Kanzlerin schwurbelt, der Bundeskanzler Kurz in Österreich macht Ansagen. Italien steht auf des Messers Schneide – gehen die schweren Erkrankungen nicht zurück, bricht dort das Gesundheitssystem zusammen.

Bei uns lügt das RKI die Zahlen schön. Noch geht das, wir hinken 14 Tage hinter Italien her. Aber in den offiziellen Zahlen haben wir 9 Leute auf der Intensivstation, und das seit 10 Tagen. Die Zahl steht – wie das gehen soll, wo allein 9 Tote zu beklagen sein sollen und bei über 900 Neuerkrankungen heute – niemand weiß es.

Und doch, natürlich wissen es alle. Die Dame Kanzlerin wünscht Gesundheit und das RKI versucht zu liefern. Dafür kann man auch schon mal grundsätzlich verbieten, bei Toten einen post mortem Test zu machen, sind ja eh tot.

Ich frage mich, wer am Ende den größeren Leichenberg produziert haben wird – der Schickgruber oder die Dame Kanzlerin.

Was mir die größten Sorgen macht – seit geraumer Zeit, also 15 Jahren – driftet die Republik nach links. Inzwischen im Schleudergang. Die Marktwirtschaft wird für alle Schlechte verantwortlich gemacht, gilt als Rechts, gilt als Bienenmörder, klimawandelverantwortlich, als Schwefel schlecht hin. Dabei hat erst Marktwirtschaft für die besten Lebensbedingungen überhaupt gesorgt. Von überall schreit es, man wolle Preise reguliert haben – nichts hätten die Unternehmer lieber als das, garantierte Preise. Räte sollen die Republik regieren, Räte der besonders klugen. Nur wenn man sich das in der Praxis anschaut haben NGOs, Berater etc. schon jetzt einen fatalen Einfluss – das sie die Räte er Korruption. Die Demokraten haben schon jetzt nichts mehr zu melden, die Parlamente kontrollieren längst nichts mehr.

Heute habe ich noch mit jemandem gesprochen und der war wenig optimistisch. Der arbeitet in einem netten Restaurant. Das Restaurant gegenüber hatte schon geschlossen, das sei noch nicht vorgekommen. „Der Wirt konnte uns nicht bedienen, wir waren zuerst dort. Aber der Koch steht unter Quarantäne, die Küche ist zu – dabei ist da nur Verdacht!“ Wohin solle das führen, würde er sich fragen, hatte er mir gesagt. „Ach, lassen Sie das, Sie wissen das ganz genau, wohin das führt! Das weiß doch jeder, der 2+2 zusammen zählen kann. So dumm sind Sie nicht!“ hatte ich ihn angeherrscht.

Und ja, er wusste es. Jetzt, in der Corona-Krise erwartet er einen 14-Tägigen Lock-Down, danach eine lange Rezession, von der Regierung war er enttäuscht, und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Ganz ehrlich, das ist mir viel lieber, wenn man harte Wahrheiten ausspricht, als wenn man nett drum rum eiert.

Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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