Das Menschliche in der Krise – Update

Man kann darüber streiten, ob die Toten mit Corona oder an Corona zu zählen sind oder nicht, was mit jenen ist, deren „Routine“ Vorkrebs-Stadien nicht entfernt werden und die daher verschleppen und sterben  zu den Opfern gezählt werden müssen oder nicht.

Man kann auch einfach übersehen, dass pro 1 % Arbeitslosigkeit die Sterblichkeit bei den Armen erhöht, die Frauen sterben 1 Monat früher, die Männer gleich 3 Monate, weil man meint, dass die eigene Mutter unbedingt geschützt werden müsse.

Man kann das alles machen, gar keine Frage. Sich die Köppe einschlagen über Statistiken und dabei die alternden Väter zu Grunde richten – der Blutzoll ist ja erst in einigen Jahrzehnten fällig. Die Frage ist aber, ob das auch sinnvoll ist, was man da tut.

Eine wichtige Todesursache speziell bei alten Menschen ist die Einsamkeit. Der Partner gestorben, die Kinder haben keine Zeit, die Rente ist klein – schon ist der Mensch einsam.

Ich stelle eine betont ketzerische Frage an jene, die meinen sie müssten unbedingt die eigenen Eltern schützen: habt Ihr die überhaupt gefragt?

Habt Ihr denn gefragt, ob die eingesperrt ohne Ansprache und ohne Körperkontakt existieren wollen? Wenn Ihr denen den letzten Grund zu Leben vorenthaltet – die Enkel? Wie viele wollen denn so leben? Nennen die das überhaupt „Leben“? Finden die das lebenswert?

Ich weiß, viele in meiner Generation und noch mehr in den mir nachfolgenden Generationen sind wenig bis gar nicht religiös – aber die Alten davor glauben an Gott!

Wie schafft Ihr es nur mit Eurem Gewissen zu vereinbaren, den alten Leuten den Priester vorzuenthalten? Dafür zu sorgen, dass der Gottesdienst aufhört?

Und an die Kirchen: was glaubt Ihr eigentlich, wer Ihr seid, dass Ihr Euren Priestern die Seelsorge den Sterbenden zu verweigern? Glaubt Ihr überhaupt an Gott? Nutzlos seid Ihr, in der schwersten Stunde lasst Ihr jene im Stich, die Euch am dringendsten brauchen!

Nein, diese Wege sind alle falsch. Der Mensch ist ein soziales Wesen, er braucht die Zuwendung von anderen Menschen wie die Luft zu Atmen.

Wir müssen Wege finden, die Ansteckungen zu vermeiden, aber wir müssen menschlich bleiben. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Wirtschaft komplett einbricht und wir dürfen die Sterbenden nicht einfach sich selber überlassen.

Update: zu diesem Artikel erreichen mich Zuschriften von Menschen aus meinem privatem Umfeld. Ich hatte schon Artikel mit vielen Tausend Klicks, dieser hat „nur“ 26. Aber noch nie waren so viele Reaktionen aus dem privatem Umfeld dabei. Anscheinend trifft er zu.

Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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