Theologie der Geld-Religion als Pseudo-Wissenschaft

oder die Unterdrückung der Wahrheit über das Wesen von Geld und Kapitalismus

Schuldgeld ist also nichts anderes als eine Religion, denn das Geld entsteht aus dem nichts (fiat Money), es ist mit nichts gedeckt und man muss an seinen Wert glauben.

Diese Religion kann nur im kapitalistischen System funktionieren, denn das kapitalistische  System basiert auf der absoluten Geldgier. Die Geldgier ist die Grundlage des Schuldgeldes, denn ohne das sinnentleerte Streben nach immer mehr von einer Fiktion wäre das Schuldgeld nicht möglich.

Wie alle Religionen benötigt auch die Geld-Religion einen theologischen Unterbau, das sind in dem Fall die Wirtschaftswissenschaften. Ebenso benötigt es Theologen, das sind die Ökonomen.

Wie es im christlichen Glauben unterschiedliche Auslegungen gibt, z.B. katholisch, evangelisch, anglikanisch oder auch orthodox, so gibt es das auch in der Wirtschaftswissenschaft. Hier gibt es die österreichische Schule, vertreten durch von Mises oder auch von Hayek, den Liberalismus von Schumpeter, die Chicago Boys um Milton Friedman, die historische Schule nach Weber oder auch Sombart, der Keynsianismus benannt nach Keynes und andere mehr. Aktuell dominiert der sogenannte Neoliberalismus. Diese Lehrmeinungen unterscheiden alle, aber in etwa so, wie der Katholizismus sich von den Orthodoxen unterscheidet. Der Kern bleibt gleich.
Da über Geld praktisch alles gelehrt wird, nur nichts über den religiösen Charakter erstaunt es auch nicht, dass die Wirtschaftswissenschaften als tatsächliche Wissenschaft dargestellt wird und nicht als Theologie. Nachfolgend die Kennzeichen der katholischen Theologie und die Gemeinsamkeit mit den Wirtschaftswissenschaften:

  • Die katholische Theologie ist nicht ergebnisoffen, der Glaube wird vorausgesetzt und als absolute Wahrheit hingenommen, es werden Dogmen aufgebaut, genau wie in den Wirtschaftswissenschaften
  • In dieser Theologie fehlt die Freiheit der Lehre. So wie die katholische Kirche die Lehrstühle mit eigenen Zöglingen besetzt, so tun dies auch die Wirtschaftswissenschaften.
  • Die Abstraktion von den Erfahrungen der Menschen, besonders das außer Acht lassen ihrer Gefühle. Das gilt wieder für den Katholizismus und die Wirtschaftswissenschaften
  • Inakzeptabilität von Teildisziplinen aufgrund ethischer Verwerflichkeit. Es ist dabei unerheblich, ob dies auf das katholische Missionswerk oder die Liberalisierung der Finanzmärkte angewendet wird.

Echte Wissenschaften unterscheiden sich aber ganz wesentlich von Theologien mit ihren Dogmen und lassen sich auch ganz klar abgrenzen:

  • Wissenschaft ist eine Erweiterung des Wissens durch Forschung
  • Statt eines Dogmas gibt es zunächst eine Theorie, die durch Beobachtung der Realität oder Experimente entweder bewiesen oder widerlegt wird
  • Alle Experimente und Beobachtungen werden so dokumentiert, dass diese durch andere Wissenschaftler nachvollzogen werden können

Prominentes Beispiel für die Existenz von Dogmen in den Wirtschaftswissenschaften ist beispielsweise der Zins. Der Zins wird immer als notwendig, gar natürlich dargestellt, wahlweise als Opportunitätskosten (im Neoliberalismus), als variabler Unternehmensgewinn (lt. Schumpeter), als Entschädigung für Konsumverzicht (sagt Senior) oder als Belohnung für die Nicht-Hortung des Geldes (glaubt Keynes), je nach dem, wen man fragt. Keine dieser Theorien stellt die Frage, ob man auf fiat Money, Geld aus dem Nichts, überhaupt Zinsen nehmen darf. Darf man denn Zinsen nehmen, für etwas, das es nicht gab und das zum Nulltarif geschaffen bzw. erfunden wurde? Gibt es dazu irgendeine Berechtigung? Und wenn es eine solche Berechtigung gibt, wie hoch darf der Zins dann sein? Ist die Vereinnahmung von Zinseszinsen gerechtfertigt?

Das Dogma des Zinses findet seine Entsprechung im katholischen Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes. Seit dem 1. Vatikanischem Konzil behauptet der Papst, er sei unfehlbar in allen Fragen des Glaubens. Folgerichtig hat Benedikt der XVI. Das Fegefeuer abgeschafft. Der Papst kann Gott also vorschreiben, ob es ein Fegefeuer zu geben hat oder nicht, stellt sich über Gott, seinem Herrn. Natürlich fasst da jeder aufgeklärte Mensch an den Kopf. Wie kann denn der Papst, ein Mensch, sich über Gott stellen? Das ist doch ein Unding, oder meine ich das nur?

Ein weiteres Wirtschaftswissenschaftliches Dogma ist das der Ratio, des Verstandes. Hier soll mit Hilfe des Verstandes ausschließlich das Gewinnstreben um seiner Selbstwillen verwirklicht werden, wenn man Benjamin Franklin, Adam Smith, Max Weber, Thomas Maltus und vielen anderen glaubt. Das totale Gewinnstreben, die absolute Gier ist „der Gedanke der Verpflichtung des Einzelnen gegenüber dem als Selbstzweck vorausgesetzten Interesses an der Vergrößerung seines Kapitals“ nach Max Weber. Demnach Leben wir, um zu arbeiten und um zu raffen. Aber ist das Rational? Könnte man gleichem Recht eine Wirtschaftsordnung mit dem totalen Streben nach z.B. Liebe erfinden? Warum stellt das niemand in Frage?

Die Ratio als Dogma ist vergleichbar mit den Sakraldogmen der Katholiken. Demnach wird zum Beispiel der Eucharistie, dass allerheiligste Sakrament, die Zusage des ewigen Lebens und der Gemeinschaft mit Gott sowie die Vergebung der Sünden gemacht. Nach katholischer Lesart wandelt sich die Hostie in das Fleisch, der Wein in das Blut Jesus Christus. Der gleiche Jesus, der gesagt haben soll „wo 2 oder 3 in meinem Namen versammelt bin, da bin ich mitten unter ihnen“. Die evangelischen Christen glauben ebenfalls an das Abendmahl, allerdings eher spirituell. Sie glauben nicht, dass sie rohes Menschfleisch von Jesus Christus essen, und sie trinken auch nicht sein Blut. Sie glauben an eine Tischgemeinschaft mit ihrem Erlöser. Das ist aus katholischer Sicht ein unfassbarer Frevel, gemeinsame Eucharistie bzw. gemeinsames Abendmahl schließt sie deshalb aus.

Die Wirtschaftswissenschaft hat mit dem ewigen, unbegrenzten Wachstum noch so ein Dogma. Im Schuldgeld-System muss ständiges Wachstum herrschen, weil ständig neue Kredite ständig neuen Zinsendienst verlangen. Die Natur ist aber begrenzt, die Erde wird nicht größer. Es ist die Natur der Erde, unserem Wirtschaftsraum, begrenzt zu sein. Zudem gibt es viele endliche Rohstoffe, z.B. das Öl. Ewiges Wachstum setzt ständige Substitution voraus, endliche Rohstoffe lassen sich aber nicht ohne weiteres Substituieren. Man kann auch Süßwasser nicht einfach durch Salzwasser substituieren, insofern ist es zwingend erforderlich, die Ressourcen sparsam einzusetzen. Genau das geht mit unbegrenztem Wachstum, das es daher der Sache nach nicht geben kann, nicht. Warum sehen Ökonomen das nicht ein? Das ist doch ein Naturgesetz, es ist doch nicht änderbar, das muss der Mensch doch verstehen?

Aber auch die katholische Kirche hat noch ein fabelhaftes Dogma, das der Jungfrauengeburt durch Maria. Maria, kaum 16, also noch ein Teenager, wurde vom heiligen Geist schwanger, im Übrigen war sie verlobt mit dem Zimmermann Josef, der schon Mitte 40 gewesen sein soll. Das Kind, Jesus Christus, wurde auf natürlichem Wege geboren, und nach dieser Geburt soll Maria jungfräulich gewesen sein. Es mag ja sein, dass Josef nicht der Vater war, es kann auch sein, dass sie keinen „richtigen“ Geschlechtsverkehr hatte, sondern Petting oder irgendwas. Aber dass sie nach der Geburt des Kindes ein intaktes Hymen hatte, ist so weit hergeholt, das ich nichts dazu sagen kann. Ich habe höchstpersönlich 2 Kinder auf natürlichem Wege geboren, und um es plastisch auszudrücken, es ist, als wolle man etwas von der Größe einer Melone quetschen durch eine Öffnung mit der Größe einer Zitrone. Das ist doch logisch, das spätestens da das Hymen reißt. Warum verpflichtet denn keiner die Päpste, bei mindestens 20 Geburten anwesend zu sein?

Was passiert, wenn man an diesen Wirtschaftswissenschaftlichen Dogmen kratzt? Die Zinskritiker werden als Antisemiten beschimpft, wer an der Rationalität zweifelt bekommt Schwachsinn attestiert und die Wachstumszweifler sind eine Mischung aus beidem oder Kommunisten.

Ein bekannter Zweifler war zum Beispiel Silvio Gesell, der die Theorie der Freiwirtschaft entwickelt hat. Die Marxisten lachten über ihn, die Börsianer haben ihn verspottet, heute wird er ignoriert. Zudem wirft man ihm Rassismus, Eugenik, Antisemitismus und sozial Darwinismus vor. Da Silvio Gesell Kind seiner Zeit war (1862 – 1930) verwendete er in seinen Werken auch die Sprache seiner Zeit, tatsächlich konnte ihm derlei niemals nachgewiesen werden. Prof. Dr. Franz Hörmann ist ebenfalls ein bekannter Geld-Zweifler, er hält, genau wie ich, unser Geldsystem für ein eher religiöses Phänomen. Er soll ein Antisemit sein, die Vorwürfe wurden über ein gefaktes Interview erhoben. Er hat inzwischen seinen Lehrstuhl verloren. Herr Prof. Dr. Bernd Senf ist auch ein bekannter Zweifler. Er empfiehlt das eigene Nachdenken und erklärt, wo die Probleme beim derzeitigen System liegen. Als Diskussionsgrundlage empfiehlt er das Studium von Gesell und Kennedy. Auch er schlägt sich mit dem Vorwurf des Antisemitismus herum, auch hier ohne jede Substanz.

Dieses Vorgehen deckt sich mit dem Vorgehen der römisch katholischen Kirche.
Wer beispielsweise gegen das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes argumentiert, über den wird eine Akte angelegt. Die Inquisition, die jetzt Glaubenskongregation heißt, wacht streng über ihre Dogmen. Kommen dann noch Zweifel an der Menschlichkeit Jesus dazu, ist man ganz schnell als Theologe seine Lehrbefugnis los. Das passierte dem Schweizer Hans Küng. Gotthold Hasenhüttl erging es nicht besser, er hat ökumenische Gottesdienste mit gemeinsamer Eucharistie / Abendmahl abgehalten, und das obwohl die Kollegen von der Inquisition ihn zuvor schon „liebevoll“ ermahnt hatten. Die kirchliche Lehrerlaubnis kann man auch verlieren, wenn man nicht so recht an die Jungfrauengeburt Marias glauben kann oder will, und das dann auch noch öffentlich kundtut. Jedenfalls Uta Ranke-Heinemann erging es so, und auch heute noch bezeichnet sie die katholischen Lehren als „Märchenreligion“.

In der Art und Weise mit Kritikern umzugehen, tut aber weder der Wirtschaftswissenschaft noch der katholischen Kirche gut. Man muss seine Kritiker ernst nehmen. Der Kritiker beschäftigt sich mit dem Thema und der Sache, er setzt sich auseinander. Die Kritik sollte als Verbesserungsvorschlag aufgenommen werden. Jedes Ding hat zwei Seiten, Tag und Nacht gehören zusammen, so wie laut und leise, hell und dunkel, Kopf und Zahl. Der Kritiker zeigt uns die andere Seite, dafür muss man ihm danken, nicht verteufeln.

Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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