Vom rechten Glauben

Ich persönlich habe ja 2 und einen 1/2 Glauben.

Ich glaube, dass Gott Gott ist. Das glaube ich ganz bestimmt.

Ich glaube, dass 4 Pfund Rindfleisch und 2 Liter Wasser eine wirklich gute Suppe ergeben. Das glaube ich ganz sicher.

Dass mein Vater mein Vater ist glaube ich allerdings nur halb, hier hätte man beizeiten meine Mutter fragen… lassen wir das.

Ich wurde katholisch getauft. Ich bin also rheinisch katholisch, man kann sündigen, kann man ja wieder beichten. Das kommt auch so ungefähr mit meinen eigenen Vorstellungen hin.

Wenn der Gott so toll ist, wie man allenthalben tut, Schöpfer von Himmel und Erden, dann bin ich zutiefst davon überzeugt, dass es sich um einen Super-Typen handeln muss. Was mich zur Überzeugung gelangen lässt, dass es ihm egel sein müsste, wie man ihn nennt.

Entweder ist er super, erschafft Himmel und Erden, immer schön mit n, könnten mehrere sein, oder er ist ein Arsch.

Ich geh von super aus. Viele Völker, viele Namen für das Gleiche, die Kraft, die man Leben nennt.

Was für ein Irrsinn dann zu denken, man müsse den „richtigen“ Namen für ihn haben. Der hat doch wahrlich andere Probleme. Du kannst zum heiligen Schmitz beten, so lange du nur denkst, dass er alles Leben gebiert.

Wie kleingeistig doch die Menschen sind, dass sie denken, das der Name da was tut.

Und wenn er sich gerade um eine Seelenkohorte von Steinen kümmern muss, die alle nicht mehr endlos leben wollen? Dann muss er ihrem Ruf nach Erlösung folgen und gerade eine Supernova zünden, weil die anders nicht sterblich wären.

Wir wissen doch nichts. Wir müssen glauben.

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Vom Mensch sein

Was ist der Mensch? Mein Papa war Mitglied einer Kleingartenanlage, ein typischer e.V. Er hat es sogar zum Gartenward gebracht.

Wenn man jetzt wissen will, was der Mensch ist, was ihn auszeichnet, wie er sich unterscheidet, dann sollte er in den Kleingartenverein gehen.

Und dann sieht er, wie Engelbert, Ernie, Hans-Theo, Yussuf und Evgenie streiten, wie ein Hochbeet ordentlich anzulegen sei. Und er sieht, was diese Männer alle wirklich wollen: sehen, wie ihre Enkel aufwachsen.

Ob das Enkelchen jetzt Lisa oder Sevim heißt, völlig egal. Man kann Kuchen reinstopfen, von der Oma gebacken, und die Enkelchen wollen Eis und rosa farbene Gummistiefel, und – ach Opa, können wir Erdbeeren haben und Tomaten?

Lisa und Sevim wollen Eis, Kuchen von der Oma und Erdbeeren und Tomaten.

Und Engelbert und Yussuf kaufen rosa farbene Gummistiefel und nötigen die Gattinnen zum Backen von Kuchen, weil nichts auf der Welt sie glücklicher macht, als Kinder, die lachen und sich freuen.

Und das ist Mensch.

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Je ne suis pas Charlie

Nein, das bin ich wirklich nicht. Natürlich ist das ein ekelerregender Terrorakt, gar keine Frage. Trotzdem bin ich nicht Charlie.

Warum? Hat sich jemand mal die Mühe gemacht, die sogenannten Karikaturen anzusehen?

Hier mal eine kleine Auswahl der google Suche:
https://www.google.de/search?q=karikaturen+charlie+hebdo&biw=1366&bih=608&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=VZuxVNvQOYHpywOfx4DoDQ&ved=0CEYQsAQ

Das Zeug hätte dem Stürmer alle Ehre gemacht.

Und darum bin ich nicht Charlie. Ich bin kein Hetzer, kein Spalter. Ich achte jede Religion, egal wie abstrus sie mir erscheint. Für mich ist ein Gotteshaus ein Gotteshaus und bleibt ein Gotteshaus. Ob es der Tempel des fliegenden Spaghettiemonsters ist oder der Kölner Dom oder eine beliebige Moschee oder eine heilige Eiche.

Da wohnt der liebe Gott oder was die Menschen dafür halten.

Den Glauben von Menschen zu hinterfragen ist ok. Sich kritisch mit einer Religion auseinander setzen auch. Aber hetzen darf man nicht. Nicht gegen Juden, nicht gegen Christen, nicht gegen Rastafari und auch nicht gegen Moslems.

Es ist keine Kritik an der Religion, den Papst als Bettnässer zu zeigen, wie Titanic das gemacht hat. Auch tiefgefrorenes Geflügel in weibliche Körperöffnungen zu stopfen hat allenfalls was mit Pornographie zu tun, jedenfalls nichts mit Relogions- und/oder politischer Kritik, egal was Pussy Riot behaupten. Und Mohammed „Karikaturen“ der gezeigten Form sind ebenfalls Hetze.

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Das Titelbild

Das ist der Festungsknast von Peniche in Portugal. Da waren die politischen eingeknastet.

Hab ich letztes Jahr fotografiert.

Es war ein mulmiges Gefühl für mich. Hatte was von Zukunft.

Irgendwie glaube ich, dass ich auch irgendwann als politische eingeknastet werde.

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Vom Rechtsstaat

Was ist ein Rechtsstaat? Ein Staat, in dem Recht gesprochen wird. Gerechtigkeit gegen jedermann. Ohne Ansehen der Person.

Recht und Gerechtigkeit. Zwillinge.

Was ist Freiheit? Wenn ich Herrn Professor Karl-Albrecht Schachtschneider glaube, ist Freiheit immer die Freiheit zum Recht. Der Zugang zum Recht, für jedermann, ohne Ansehen der Person. Dieser Definition kann ich mich anschließen.

Die Zwillinge Recht und Gerechtigkeit gebieren die Freiheit.

Ein Unrechtsstaat muss demnach ein Staat sein, indem der Zugang zum Recht nicht für jedermann zugänglich ist. Was ist denn mit den Opern von Hartz IV, die sich nicht wehren können, weil sie kein Geld für den Anwalt haben? Den Opfern von Unfällen, die sich nicht gegen Versicherungskonzernen wehren können, weil auch ihnen das Geld für den Anwalt fehlt? Und was ist mit den Opfern wie Murat Kurnatz, die man gleich ganz ohne Anklage wegsperrt und für die deutsche Regierungen keinen Finger gerührt haben?

Wir sind nicht frei, uns fehlt der Zugang zum Recht, Herr Gauck!

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PEGIDA, HOGESA, und wie sie alle heissen…

Massendemonstrationen in Deutschland. Hätte ich vor einem Jahr nicht für möglich gehalten. Ganz sicher sogar nicht.

Es handelt sich aus meiner Sicht also um ein Phänomen, um ein neues Phänomen. Ich überlege also, was passiert sein könnte, damit ich sowas noch erleben darf. Von alleine passiert das ja nicht. Sowas kommt immer von sowas, und der Fisch stinkt gewöhnlich vom Kopf.

Was ist da los? Was erzürnt den Deutschen Michel? Und Warum? Und wer profitiert?

PEGIDA, Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes. Was für ein Name. Was um alles in der Welt ist denn ein patriotischer Europäer? Was soll das sein? Gegen welche Islamisierung? Das Abendland ist hingegen hinreichend bekannt.

Europäer sind ja alle, die in Europa sind. Europa ist aber ein Kontinent, so hab ich das jedenfalls mal in der Schule gelernt. Patriotismus ist die Hinwendung zur eigenen Nation, in meinem Fall wäre das also Deutsch – jedenfalls hab sogar ich so einen Pass.  So lange ich denken kann, ist mir aber jeder Patriotismus ausgetrieben worden. Umerziehung. Initialisiert von den US-Amerikanern und Briten. Die selben Briten, die ihr Hauptquartier in meiner Heimatstadt hatten, das jetzt NATO-Headquarter heisst. Die Briten sind bei mir nicht besonders beliebt. Deutschen Patriotismus kenne ich also nur aus dem Evangelium nach Guido Knopp, den Geschichtsklitterer aus dem ZDF, mit seiner allseits belibten Serie Hitlers Helfer, Hitlers Frauen, Hitlers Popel. Und von der Fussball-WM. Wenn auf der Autobahn immer die Abgerissenen Fähnchen liegen. Was das dann mit dem europäischen Kontinent zu tun haben soll erschliesst sich mir nicht. Also überhaupt nicht. Ich bin Europäer, aufgewachsen in einer Grenzregion. Europa ist aber immer noch ein Kontinent.

Oder meint man die EU? Das ist aber eine Supranationale Organisation, ähnlich demokratisch wie der Vatikan. Nur inzwischen gefährlicher. Keinesfalls ist das ein Nationalstaat.

Patriotisch und Europäer schliessen einander aus, per Definition.

Die Islamisierung? Auch ich stelle eine Ausbreitung des sichtbaren Islam fest. Erst an Heilig Abend gab es ein Vorkommniss in der Hauptpfarre meiner Heimatstadt. Muslemische Jungens sind während des Krippenspiels in die Kirche und haben dort gepöbelt. Scheiss Christen und so. Widerlich. Auch ist der bekannte Prediger Pierre Vogel in der Stadt einigermassen aktiv.  Und pöbelt gegen Christen. Das hab ich ja selber gehört. Ich bin ja auch nicht taub. Und Moscheen werden gebaut. In der Grossstadt Köln zum Beispiel. In Ehrenfeld. Das ist kein schönes Gotteshaus, und reinregnen tuts da auch. Finanziert wurde der Bau durch den türkischen Staat. Aber Islamisierung ist dann doch zu hoch gegriffen.

Schon mit ein bisschen Nachdenken kommt man also dahinter, dass PEGIDA irgendwas ist, aber jedenfalls nicht das, was drauf steht. Irgendwas halt. Etikettenschwindel.

Trotzdem scheint das attraktiv, und im Osten noch attraktiver. Obwohl es dort viel weniger Moslems gibt. Statt dessen mehr National befreite Zonen. Also strange, das Ganze.

Meine eigene Heimat ist Besatzungsland und damit Kolonie. Das muss man wissen. Das Hauptquartier ist omnipräsent. Die nicht vorhandene Souveränität der BRD ist dort absolut greifbar. Ein normaler Bürger der Stadt kommt in das Hauptquartier nicht rein. Man kann nervöse Soldaten sehen, junge Leute, mit schussbereiten Gewehren. Von aussen. Das ist sichtbar, wenn man hin guckt. Die latschen den ganzen Tag am Zaun lang.

Ich glaube nicht, das in diesem, unserem Lande, irgendwas passiert, was nicht in den Headquartern der US oder Briten abgesegnet ist. Dafür sprechen schon allein die Teilnehmer-Listen der Bilderberger usw., die jeder einsehen kann und aus denen klar hervorgeht, dass alle deutschen Kanzler vor ihren Nominierungen dort aufzutauchen hatten. Wie erfolgreich die Administrationen der Briten und der US sind, was Regime Changes etc. betrifft, kann als bekannt vorrausgesetzt werden. Da braucht man nicht mal Dr. Daniele Ganser für.

Was ebenfalls auffällt, ist das die Montagsmahnwachen und Friedenswinter Proteste mit „die sind ja rechts“ gebrandmarkt werden und schlecht geschrieben werden. Alles, was an echter Kritik kommt, das bekommt da den NAZI-Stempel aufgedrückt.  Damit man sich bloss nicht mit der berechtigten Kritik auseinander setzen muss.

Ich halte PEGIDA demnach für einen von aussen veranlassten Demo-Kram, der die Unzufriedenheit der Menschen aufnehmen und in genehme Richtungen kanalisieren soll. Die Leute sollen nicht zur Friedensdemo gehen, da macht man dann doch lieber irgendeinen Brimborium.

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Ich sehe mich in der Welt um und bin zu tiefst erschüttert über das, was ich sehe.

Ich sehe und erlebe eine Welt, in der es mehr als genug für alle gibt, in der aber nicht alle genug haben.

Ich sehe und erlebe Verschwendung in nie da gewesenem Ausmaß auf der einen Seite, ich sehe und erlebe unermessliches Leid, Not und Elend auf der anderen Seite.

Ich höre wie man den einen gestattet, sich zu bedienen und zu raffen, was zu raffen ist, und den anderen erklärt, dass schon ihre Existenz zu viel ist.

Ich bemerke wie uns die Kinder entgleiten und unsere Zukunft verloren geht.

Wir leben in einer Welt, die gespalten ist. Und in dem einen Lager leben die, die viel zu viel haben und sie verschanzen sich hinter dicken Mauern und Stacheldraht und sie leben in Angst vor den anderen. Denen, die nichts haben und die im Müll leben.

Engelbert hat mich gelehrt, Dinge zu hinterfragen, nach dem Grund und nach dem Sinn zu fragen.

Ich habe die Fragen gestellt und so gut es geht beantwortet.

Ich habe den Grund gefunden und der Grund heißt Gier. Den Sinn habe ich nicht gefunden.

Es gibt eine Lösung und die Lösung heißt Bescheidenheit.

Doch wie man die Gier durch die Bescheidenheit verdrängt, dass weiß ich nicht.

Ich hoffe, dass ich zur Lösung beitragen kann.

Ich hoffe, dass jeder, der dieses liest, seinen eigenen Beitrag findet, seine eigene Bescheidenheit findet.

Denn wenn uns das nicht gelingt, dann Gnade uns Gott, denn die von der Gier zerfressenen Menschen werden uns nicht gnädig sein.

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